Orrery, Teil 2

Am 26. Februar hatte ich einen Bastelbausatz von Astromedia vorgestellt. “Zwischen den Jahren” und zu Beginn dieses Jahres hatte ich Zeit, an diesem Bausatz zu arbeiten. Ganz zu Beginn hatte ich die Kamera zur Hand:

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“Neue” Planetarische Nebel.

Am 07. und 09. März war es endlich mal wieder sternklar und ich nutzte die Gelegenheit, für meinen “Katalog Planetarischer Nebel” zu beobachten. Hier die beiden neuen Einträge (Nummer 183 und 184):

PEIMBERT 1
PB 1, PK 226-3.1
07.03.2010
9, 14: ohne UHC bereits sichtbar; klein aber flächig, spricht auf UHC an
[200 f/10]

MINKOWSKI 1-1
M 1-1, PK 130-11.1
09.03.2010
14, 9: sehr kleines Objekt, spricht gut auf UHC an; im 9er flächig, kann aber an unruhiger luft liegen.
[200 f/10]

PK 114-04.1
Und hier noch eine kleine Geschichte aus dem Leben …
Ich strebe ja nun an, >200 Planetarische Nebel erfolgreich beobachtet zu haben. Wie bereits
hier erwähnt, bin ich dazu die Deep Sky Liste durchgegangen und habe einen Datensatz für Guide
erstellt. Nun suchte ich in Cassiopeia diesen PN: PK 114-04.1 (okay, zugegeben, es gibt günstigere Jahreszeiten …). Ich wusste, auf Seite 35 des Uranometria würde ich fündig werden. Also suchte ich mit Hilfe dieser Karte das Gebiet grob auf – was auch gut gelang. Gewohnheitsgemäß griff ich dann zum Guide-Ausdruck (mit einem Sternfeld von 1°), um das Objekt bei hoher Vergrößerung anzufahren.
Und da passierte es.
Nichts passte.
Gar nichts.
Hier ein Dreieck im Gesichtsfeld, dort ein Dreieck auf der Karte. Aber hier ein Doppelstern daneben, dort ein weiteres Dreieck. Hier ein Pärchen mit weitem Abstand, dort ein Pärchen aber mit Doppelstern.
Das gibt es doch einfach nicht, denke ich mir. Jetzt beobachtest Du seit mehr als 20 Jahren mit allen möglichen Teleskopen: Newtons, Refraktoren, Schmidt-Cassegrains – und scheiterst jetzt an so einer Karte?
Die Lösung war aber einfach. Beim Übertragen der Daten hatte ich einen Zahlenfehler erzeugt, der das Objekt um etwa 20 Bogenminuten (mehr als ein Gesichtsfeld) verschoben hat.
Also: schnell eine neue Karte gedruckt und ….

… trotzdem nix gefunden.
Kommt vor, da muss halt der 16-Zöller noch mal ran, dann auch zu einer anderen Jahreszeit.

Weiteres Ziel war übrigens NGC 2022, den ich vor fast 10 Jahren schon mal mit dem 16er beobachtet habe. Erstaunt war ich, dass meine Beschreibungen trotz dieses Abstandes wunderbar aufeinander passen. Achja, und Messier 76 war auch noch dabei, sowohl mit dem TV85 (04. März) als auch mit dem C8 (07. März).

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Sonne am 07. März

Der vergangene Sonntag machte seinem Namen durchaus alle Ehre: die Sonne strahlte von einem tiefblauen Himmel. Das kennen wir ja aus dem aktuell anhaltenden Winter nicht so gut. Also nutzte ich die Gelegenheit und schaute mit dem PST nach unserem Zentralgestirn. Hier ein Ausschnitt, aufgenommen mit der Überwachungskamera:

Sonne am 07. März 2010

Oben im Bild sieht man eine bergartig vom Sonnenrand abstehende Protuberanz. An deren Anblick habe ich mich mittlerweile gewöhnt, das gibt es regelmäßig zu sehen. Im unteren Teil des Bildes jedoch wird es spannend: hier liegt eine dunkle Struktur vor der Sonnenscheibe und geht am Sonnenrand in eine der sonst üblichen Protuberanzen über. Das habe ich noch nicht so oft gesehen – am 07. März aber sogar gleich zweimal.

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Neulich: ein Interview …

Reporter: Herr Leiter, Sie sind Hobbyastronom. Was machen Sie denn so?

Ich: Wenn es regnet, dann wälze ich Bücher und überlege, was ich als nächstes beobachten kann.

Reporter: Ahja. Und was machen Sie noch?

Ich: Ach, wenn es regnet, putze ich auch schon mal Optik, zum Beispiel die Okulare.

Reporter: Das ist sicherlich notwendig und einzusehen. Gibt es denn auch anderes?

Ich: Ja klar. Gerade wenn es regnet ist die Zeit soziale Momente gekommen, beispielsweise für einen Blick in die Foren oder einen Besuch des Vereinsabends.

Reporter: Beschäftigen Sie sich denn auch mit dem Himmel direkt?

Ich: Durchaus! Wenn es regnet, dann schaue schon mal in Planetariumsprogrammen oder Google/Sky.

Reporter: Naja, ich meinte eigentlich, so in der Natur, draußen, im Freien, nachts?

Ich: Achso. Nun, wenn es regnet, dann beobachte ich, wie Regentropfen auf der Kuppel der Sternwarte landen, langsam runterutschen, dabei nach und nach zu einem kleinen Rinnsal wachsen und sich dann am Fuße der Kuppel in einer Rinne zu einem beschaulichen Bach sammeln.

Reporter: Ja und wenn es mal nicht regnet?

Ich: Dann schneit es.

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AstroMedia: Orrery

Ich wollte ja noch über von einem Weihnachtsgeschenk erzählen. Heute ist eine gute Gelegenheit dies zu tun. Meine Frau hatte mich auf unserer Fahrt nach München wenige Wochen vor Weihnachten gut beobachtet. Dienstlich war ich am Patentamt, in der Freizeit hatten wir die Gelegenheit, beim Deutschen Museum vorbeizuschauen. Im dortigen Shop war mir ein Bausatz von AstroMedia aufgefallen, den ich dann Weihnachten unter dem Baum fand. Es handelt sich um diesen hier:

Es handelt sich um ein Orrery des inneren Planetensystems und besteht im wesentlichen aus Pappe. Das klingt spannend! Die Rückansicht des Bausatzes offenbart eine Vielzahl von Bauteilen – und die Information, dass der Zusammenbau 30 Stunden benötigen wird. Gut, dass ich um den Jahreswechsel noch Urlaub hatte …

Wird es mir gelungen sein, diesen Bausatz zusammenzubauen?
Sind die 30 Stunden realistisch?
Und funktioniert es dann auch?

Diese und andere Fragen beantworte ich in Kürze.
Hier.
Bleiben sie dran! 🙂

PS: Auf der Website von AstroMedia fand ich dieses Teleskop, was mich stark an mein Bauwerk (im Bild rechts auf dem Fotostativ) zu der Straße der Experimente erinnert. Solch ein Galileoscope ist eine unbedingte Empfehlung für Öffentlichkeitsarbeit!

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Webhinweis: Neumayer III

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich den Neubau der deutschen Antarktisstation “Neumayer III” verfolgt. Sehr spannend! Grund war das Buch “Kalte Füße inklusive”, in welchem eine Überwinterung auf der in die Tage gekommene “Neumayer II” beschrieben wurde. Kerle, mehrere Meter unter Eis in einer sichtlich zusammengequetschten Metallröhre bei strengem Frost zu verbringen – das ist sicherlich etwas extrem Besonderes.

Eben lese ich den Blog der Station und sehe diesen astronomischen Beitrag. Ein gigantischer Himmelsanblick – wie muss das erst vor Ort sein ? Sicherlich noch viel besser als mein Hochalpenerlebnis (dazu mehr zu anderer Zeit).

Mehr zur Neumayer-Station (Alfred-Wegener-Institut)

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Kometen

Letzte Woche hatte ich über Bölkmöller 3 geschrieben. Wie der ein oder andere gemerkt hat, ist dies kein realer Komet sondern Erfindung der Autoren Detlev Gröning und Harald Wehmeier. Im Rahmen der leider beendeten Sendereihe “Neues aus Stenkelfeld” hatten sie diesen Kometen beobachtet bzw. beschrieben. Stenkelfeld war in der Redaktion unserer ebenfalls leider beendeten Zeitschrift Magellan ein großer Spaß und hat uns manche wolkige Nacht aufgeheitert, siehe “Beobachtertreffen Vogelsberg”.

Zunächst möchte ich zum Vergleich ein echtes Kometenbild zeigen:

Komet Loneos aus 2007

Das Foto entstand am C8 fokal irgendwann zwischen 19:15 und 20:15 am 22.10.2007 und zeigt den Kometen C/2007 F1 Loneos. Sieht doch meinem Bölkmöller 3 sehr ähnlich – wenn man mal von der Farbe absieht. Aber das hat Stefan ja gut mit der Äthanolline erklärt.

Was aber war denn das für ein Objekt, was ich als Bölkmöller 3 verkauft habe?

Die Antwort erschließt sich schnell aus diesem Foto vom 01.01.2010, 0:10:

Neujahrsfeuerwerk 2010

Unter den etwa 100 Feuerwerksaufnahmen, die eher der obigen Aufnahme gleichen, war eben auch eines darunter, bei dem ich sofort an Loneos aus 2007 denken musste!

Mir war es zu naheliegend, dieses Bild am 1. April zu posten.

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Kurz beobachtet: Komet Bölkmöller 3

Letzte Nacht riss doch tatsächlich noch auf. Der Abend hatte auch schon gut begonnen, wir waren in der Astro-AG. Unsere Vereinsabende sind meist von sehr guter Stimmung und viel Gelächter geprägt. Nur klar war es eben zunächst nicht. Später daheim: kurz nach Mitternacht wollte ich den Rollladen runterlassen, doch was sehe ich: es klart auf! Also holte ich doch noch das Teleskop und die Kamera hervor.

Und gut, dass ich es tat, denn so gelang mir um 1:11 diese Aufnahme von Komet Bölkmöller 3:

Bölmöller 3

(TV85 auf GP-D2, 11min. belichtet mit Canon 350D).

Die Beobachtung dieses Kometen ist sicherlich ein besonderer Höhepunkt in meiner Beobachterlaufbahn. Ich bleibe am Ball und werde – so weitere Beobachtungemn gelingen – berichten.

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Plutos Roadhouses & Lizards … oder so.

Kerle, astronomisch hat das Jahr zwar gut angefangen, bisher aber deutlich nachgelassen. Das stimmt nicht eben optimistisch für diese Sternbedeckung durch Pluto. Das Ereignis findet am 14. Februar statt – hoffen wir mal, dass es doch noch gut geht. Bis dahin lohnt es sich, die aktuellen Ergebnisse der professionellen Pluto-Forschung zu bestaunen. Das geht beispielsweise in Florians “Astrodicticum Simplex” Blog unter dem Eintrag “Die neuen Bilder von Pluto sind cool! (und rot).

Ein etwas anderer Zeitvertreib ist bei ungünstigem Wetter gerne die Musik. Neben der aktiven Seite, d.h. Gitarrespielen, bin ich auf der passiven Seite aktiv. Zwei Scheiben aus der blusigen Ecke kann ich empfehlen:

1) Chris Jones “Roadhouses & Automobiles”. Dieser leider viel zu früh und zu jung an Lungenkrebs verstorbene Musiker zeigt auf dieser Scheibe, dass er nicht nur ein verdammt guter Gitarrist ist, sondern zudem auch richtig gute Songs schreibt. Es überwiegt die Akustikgitarre und kompakte Bandbesetzung, in der dann auch Martin Huch auftaucht – der ein oder andere kennt ihn vielleicht aus der Verstärkung von Heinz Rudolf Kunze. Die CD entstand knapp zwei Jahre vor seinem Tod … “what is left when the road is done with me”. Diese Textzeile hört sich in dem Zusammenhang besonders traurig an.

2) Miller Andersons “From Lizard Rock: live 2008”. Vielleicht offenbare ich gerade wieder eine meiner musikalischen Bildungslücken . Egal. Jedenfalls bin ich auf diesen Namen beim Genießen von Jon Lords “Beyond the Notes“-DVD gestoßen, denn dort tritt er als Gastsänger auf. Der Mann ist nicht nur ein Sänger mit interessanter, kraftvoller Stimme sondern zudem ein richtig guter Gitarrist. Die “From Li…”-CD atmet Bluesrock, scheint aber auch eine Verbindung zu The Doors und Jimi Hendrix zu besitzen.

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Mars Opposition 20xx

Am Freitag (29.01.) stand Mars in Opposition zur Sonne, war … vielmehr: wäre … die ganze Nacht gut zu beobachten gewesen. Mars steht zudem schön hoch. Doch es war nix. Es ist momentan wie verhext, zumal zu den Wolken auch noch der Schnee hinzukommt. Für eine Balkonsternwarte stört der nicht weiter [wobei, zusammengeschoben ist’s doch ein ordentlicher Berg], doch einige meiner Beobachtungsplätze sind nachts schlecht erreichbar.

Für den Augenblick möchte ich daher zwei Ergebnisse der Nacht vom 27. auf 28. August 2003 präsentieren. Damals stand Mars sehr dicht an der Erde und sah so aus:
MArs 27.08.2003
Kurz nach Mitternacht: 00h30 MESZ

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