Beobachtungen in Vulpecula

Die klaren Abende der letzten Tage luden zum Sternegucken ein, unter anderem im Sternbild Vulpecula. Es entstand dabei dieses Foto:


(Link zu einem Bild ohne Beschriftung)

Das Foto ist das Ergebnis von insgesamt gut 20 Minuten Belichtungszeit. Die Brennweite betrug 105mm, die Blende 3,2 und der ISO-Wert 8000. Dunkelbilder und eine Flatfieldaufnahme wurden ebenfalls verwendet.

Die gezeigte Himmelsgegend ist ein Teil des Milchstraßenbandes. Das macht sich sehr deutlich in der linken unteren Ecke des Bildes bemerkbar, in der die Sterne dicht gedrängt stehen. Die Milchstraße besteht jedoch nicht nur aus leuchtenden Sternen, sondern auch aus dunklen Gaswolken und sternarmen Regionen. Ich finde, diese sind sehr schön auf dieser Aufnahme zu sehen, insbesondere in Bildmitte und in Richtung der rechten, oberen Ecke.

Deutlich sind auf dem Bild einige so genannte Deep-Sky-Objekte zu sehen. Einen Teil davon habe ich an den letzten Abenden mit dem 10″-Dobson visuell besucht:

NGC 6830: Dieser offene Sternhaufen ist im „Beobachteratlas für Kurzentschlossene“ als lohnenswertes Ziel genannt. Das kann ich bestätigen. Dieser mit etwa 12′ Größe angegebene offene Sternhaufen hat eine recht einprägsame Form: zwei Ketten aus Sternen von etwa 12ter Größe bilden ein Kreuz.

NGC 6823: an dieser Stelle stehen eigentlich zwei Objekte: ein Gasnebel und ein offener Sternhaufen. Auf dieser Aufnahme und in meinem visuellen Beobachtungen mit dem 10″ (aber auch früher mit dem 16″) habe ich den Gasnebel NGC 6820 noch nicht visuell gesehen, jedoch fotografiert. Der Sternhaufen NGC 6823 ist jedoch für sich bereits ein lohnendes Objekt, da er ein dicht gedrängten Zentrum besitzt. Im 10er sind etwa 6-8 Sterne auf dichtem Raum zu sehen, im 16er sind es noch etwas mehr. Für jedes Teleskop also lohnend.

Messier 27, M27: ein sehr großer, sehr heller Planetarischer Nebel. Unvergessene Anekdote zu diesem Objekt war ein Astronomiestudent, den ich (vor zwanzig Jahren oder so) am Teleskop zu Gast hatte. Er hatte sich vor der Beobachtung im Studium ausführlich mit Messier 27 befasst und war nun hin und weg, ihn sogar mit eigenen Augen sehen zu können. Diesen PN habe ich auch schon mit längerer Brennweite fotografiert und u.a. in diesem Artikel vorgestellt.

Collinder 399: ein auch als „Kleiderbügel“ bekannter offener Sternhaufen, der mit kleinen Ferngläsern bereits leicht zu sehen ist. Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich auch der Name „Heuchelheimer Himmelsfähnchen“. Diesem Sternhaufen hatte ich ebenfalls schon einen Bericht gewidmet.

Messier 71, M71: dieses Objekt steht im Sternbild Pfeil und ist oben in der Kopfzeile dieses Blogs größer dargestellt. Aus 2011 gibt es zu diesem Objekt ebenfalls einen Artikel.

Leiter 4: dies ist eine hakenförmige Sternformation. Es handelt sich um eine auffällige Gruppe von Sternen, die aber im Weltall nicht über Schwerkraft aneinander gebunden sind. Erwähnt ist dieses Objekt u.a. in der Sky&Telescope 9/2010.

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