Der Planetarische Nebel PK 25-4.1 visuell

Kürzlich hatte ich diesen Planetarische Nebel (PN) in einer fotografischen Beobachtung vorgestellt und angekündigt, eine weitere visuelle Beobachtung zu versuchen. Seit meiner fotografischen Beobachtung in 2012 waren einige Versuch gescheitert. Am 05.10. jedoch gelang mir die visuelle Sichtung dieses Objekts.

Ich hatte an diesem Freitag sogar noch gezögert, überhaupt eine visuelle Beobachtung zu versuchen. Der Grund war Bewölkung in Form von Zirren und Kondensstreifen, die überall am Himmel ihr Unwesen trieben. Andererseits gab es beachtliche Lücken zwischen diesen Störenfrieden und die Luft war trocken, die Sicht sehr gut. Großformatige Fotografie schien noch weniger Sinn zu ergeben, also baute ich doch den 10-Zöller auf und versuchte mein Glück.

Zwei Okulare kamen zum Einsatz: ein 6mm (=211fach) und ein 13mm (=98fach) Ethos, dazu ein UHC-Filter. Beide Okulare haben eine 100° Gesichtsfeld und liefern an diesem Teleskop einen Himmelsausschnitt mit etwa einem halbem bzw. vollem Vollmonddurchmesser. Das erleichtert das Starhoppen erheblich und ist ein wahrer Genuss. Ich tauche richtiggehend in den Himmel ein 🙂

Schon der Anblick der Milchstraße mit bloßem Auge machte klar: die Entscheidung war richtig. Zwischen den Wolken war die Durchsicht überdurchschnittlich.

Mit dem Leuchtpunktsucher richtete ich das Teleskop groß aus – und sah im 13er Okular ein körnigen, runden Nebelfleck von beachtlicher Größe. War das etwa schon der Kugelsternhaufen NGC 6712? Ein kurzer Abgleich mit der Sternkarte bestätigte diesen Verdacht. Also war ich schon ganz nahe am Zielgebiet.

Ohne Filter betrachtete ich das Zielgebiet, anschließend mit Filter. In beiden Fällen sah ich zwei helle Sterne und einen dritten schwächeren Stern an der richtigen Stelle.

Also nichts?

Doch.

Die Abbildung zeigt den Anblick ohne und mit Filter:

Während der Beobachtung bildete ich die in der Abbildung als hellblau gestrichelte Linie zwischen den Sternen. Und siehe da: ohne Filter und mit Filter liegt die Linie an unterschiedlichen Positionen. Es musste sich also um zwei Objekte handeln, von denen eines auf den Filter ansprach und an der Stelle der fotografischen Beobachtung stand. Ganz klar: dies ist der stellare PN K 4-8, mit einem roten Pfeil markiert. Links oberhalb des PN habe ich eine längliche Wolke eingezeichnet, die nur ohne Filter zu sehen war. Im indirekten Sehen sah ich darin Punkte aufblitzen, das ist aber an der Grenze der Sichtbarkeit.

IC 1295 (vgl. grüner Pfeil) stand während der ganzen Beobachtung in dem Gesichtsfeld meines Okulars. Aber erst nach erfolgreicher Entschlüsselung des PN bemerkte ich ihn als große, runde Scheibe, die auf den Filter ansprach, jedoch keine Details zeigte.

Nach der Beobachtung des PN schaute ich mich noch eine Weile am Himmel um. Mars zeigte im 6er kaum mehr als auf meinem kürzlich gezeigten Foto. Die „Standardobjekte“ M13, M27, M57, Cr399, M71, waren ein herrlicher Anblick – und der Zirrusnebel bildete einen wahrhaft krönenden Abschluss. Im 10-Zöller und mit 100°-Okularen ist der Anblick bereits gigantisch.

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