Nur nicht … aufhören

Willkommen zu Teil 5 der vierteiligen Trilogie der astronomischen „Nur nicht“-Sprüche (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4). Heute wollen wir uns mit dem gehobenen astronomischen Blues befassen. Soviel sei schon gesagt: den Mut sollte der blaue Astronom nicht verlieren.

Jeder Sternegucker kennt das: laut Wettervorhersage und Satellitenbild klart es herrlich auf. Nur der Blick nach draußen beweist das Gegenteil. Da liegt folgende Vermutung nahe:

Bei allen kommen die Sterne heraus.
Nur nicht bei Klaus. Bei ihm gehen sie aus.

Gut, vielleicht hatte Klaus ja wenigstens vor dem Ausgehen der Sterne (sollen sie ruhig auch mal machen, denn ein netter Abend in einem guten Konzert, bei einem guten Essen oder so tut jedem gut).
Nun kann diese astronomisch bedingte lokale Wetteranomalie auch wie folgt ausgeprägt sein:

Allen scheinen Sterne entgegen.
Nur nicht Rene – bei dem fällt Schnee.

Nicht nur das Wetter ist schuld. Es gibt viele Dinge, die eine Rolle spielen, bspw. der Beruf. Ich kenne die Situation, dass sehr klarer Himmel mit einer Dienstreise in eine Großstadt zusammenfiel. Das ist das immer noch besser als:

Alle feiern den klaren Himmel.
Nur nicht Frank. Der feiert krank.

Astronomen sind vom Wetter getrieben. Das ist einer der wenigen Nachteile dieser Leidenschaft. Doch zur Beruhigung aller Nicht-Astronomen ergibt sich durchaus folgende Situation:

Alle hoffen auf helle Kometen.
Nur nicht Eike. Der hofft auf Heike.

Doch verlassen wir das Pärchen, das sich hoffentlich gefunden hat, und kehren zurück zur Astronomie selbst. Nicht selten geschieht während eines gemeinsamen Beobachtungsabends folgendes:

Alle suchen und finden Objekte.
Nur nicht Jost. Der sucht nach Trost.

In der Tat kann es frustrierend sein, wenn alle anderen jubelnd Objekte beobachten und am eigenen Teleskop herrscht die Verzweifelung, weil sich nix finden lässt. Manchmal liegt das an der Tagesform des Beobachters:

Alle finden den schwachen Kometen.
Nur nicht Bert. Der sucht verkehrt.

Frei nach einem wahren Erlebnisbericht über die Suche nach M57 in einer der frühen Magellan-Hefte reimt es sich wie folgt:

Alle haben M13 gesehen.
Nur nicht Rolf, der sucht sich `nen Wolf.

In der Astronomie ist es wie im echten Leben: oft bringt es nichts, etwas mit Gewalt zu erzwingen. Zuviel Druck bewirkt das Gegenteil. Das  ist ja auch von Schrauben bekannt: nach fest kommt ab. Wenn also die innere Einstellung sagt, dass Astronomieren gerade keinen Sinn ergibt, dann sollte etwas anderes, bspw. Briefmarkensortieren, betrieben werden. Dann ist es gut, einfach zu sagen:

Alle haben Lust zum Gucken.
Nur nicht Marlene, die hat Migräne.

In diesem Sinne also: „Nur nicht … auf hören!“
Das Hobby Astronomie ist viel zu schön, um es dranzugeben. Es geht immer weiter 🙂

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2 Antworten auf Nur nicht … aufhören

  1. Christian Weis sagt:

    Servus Frank,

    „Teil 5 der vierteiligen Trilogie“ => GENIAL! 🙂 Hab mir nen Wolf gelacht.
    Da passt doch irgendwie folgendes:

    Solche sechs wie uns fünf gibt’s keine vier. Wir drei sind die zwei einzigsten.

    Oder:

    Alle lachen über Franks Humor,
    nur nicht Elfie, die kapiert den nie.

    Liebe Grüße von der Allgäukant,
    Christian

    • Frank sagt:

      Hi Christian!
      Vielen Dank für Deine Reime – eine sehr gute Ergänzung. Wenn noch mehr – nix wie her … oder so 🙂
      Der „5te Teil der vierbändigen Trilogie“ ist allerdings nicht auf meinem Mist gewachsen. Den kenne ich von „Per Anhalter durch die Galaxis“ des leider viel zu jung verstorbenen Douglas Adams.
      Alles Gute aus dem Deichvorland,
      Frank

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