Eine schöne Bescherung …

… kann es dieser Tage geben. Doch zum Glück es ist möglich, das Gelingen der Festlichkeiten zu fördern, ja nachgerade zu erzwingen. Hilfe geben beispielsweise nachstehende Geistesblitze, die ich kürzlich in der Datenbank DEPATISNET des Deutschen Patentamts fand.

Oft fängt das Problem bereits an, wenn der zunächst auf Wohnzimmergröße zurechtgestutzte Baum (sehen die beim Händler nicht immer viel kleiner aus?) in selbiger Kemenate zu sicherem Stand verholfen werden soll. Da ist es praktisch, auf das Möbel (siehe Bild 1) aus der DE 37 24 083 zurückgreifen zu können. Doch damit ist es ja in aller Regel nicht getan!


Ein nackter Baum ist in der freien Natur zweifelsfrei ein wunderschöner Anblick. Im Wohnzimmer zu Heiligabend will jedoch mit einem ungeschmückten Nadelgehölz keine rechte Stimmung aufkommen. Also soll der Baum in hellem Glanz erstrahlen, wozu auf seinen Zweigen Leuchtmittel zum Einsatz kommen.

Nach einigen Wohnzimmerbränden in der Bekanntschaft oder auch nur in den Nachrichten greifen viele Leute vorsichtshalber auf elektrische Kerzen zurück. Doch so wirklich romantisch sind baumelnde Kabel nicht. Hier helfen uns clevere Erfinder auf dem Weg zum perfekten Fest weiter! Ohne Bild erklärt uns Ignatius von der Lippe in der DE 92 07 790 U1 wie es gehen könnte. Einfach ein zweiadriges Kabel am Stamm und jedem Zweig entlangführen, ein bisschen was Löten und fertig.

Alternativ könnte ein Kunstbaum nach der DE 102 35 081 A1 zum stimmungsvollen Abend verhelfen. Garantiert werden keine Kabel stören, denn die Leitungen laufen in den hohlen Zweigen. Geübte Teleskopbauer können das Prinzip – eingedenk Dobsonstangen und Fraunhofertuben – sicher auch auf einen selbst im Wald gejagten Baum anwenden.

Nun stellt sich die Frage, wo bei elektrischer Beleuchtung der ganze Strom herkommt. Wir wollen ja nicht riskieren, durch bundesweites Baumbeleuchten das Hochfahren eines Atomkraftwerks herauszufordern, nicht mal einen Krümel! Wer nun an das alte Dieselaggregat aus dem Keller denkt, sollte vielleicht auf die folgenden Gedanken zurückgreifen:

Zunächst bietet uns die DE 20 2011 003 487 U1 ein wasserbetriebenes Kraftaggregat. Das Prinzip ist ganz einfach: aus einem höher gelegenen Behälter fließt Wasser durch eine Turbine in einen tieferen Behälter und erzeugt so Strom, mit dem das Wasser wieder hochgepumpt wird und zu neuen Schandtaten bereitsteht. Nebenbei fällt bestimmt noch genug Strom für den Weihnachtsbaum ab … so ein Perpetuum Mobile ist einfach was Feines.

In eine ähnliche Kerbe haut die DE 10 2009 039 952 A1, siehe Bild rechts. Das Rad ist auf einer Seite luftdicht abgeschlossen (Anm. d. Red: nichts [sic] einfacher als das …). In diesem Bereich befindet sich Wasser, welches durch die Schwerkraft angezogen in einen tiefer gelegenen Behälter fallen will und dabei das Rad antreibt. Da die Halbschale ja luftdicht abgeschlossen ist, kann das Wasser elegant – wegen des beim Fallen entstehenden Unterdrucks – durch einen kleinen Schlauch zurück nach oben gesaugt werden. Das läuft also ununterbrochen und da sich das Rad dreht, kann es gleich noch Strom erzeugen. Wer nun jedoch ausgefallenere Planungen für die Weihnachtsparty hat, beispielsweise auf der ISS zu feiern, wird enttäuscht, denn die Erfinderin schränkt ein: „Im All ohne Funktion“.

Nun haben wir uns eine Suppe eingebrockt, die es auszulöffeln gilt. Damit das tropffrei gelingt, greifen wir auf die DE 41 13 337 A1 zurück:

Besinnliche Feiertage wünscht allen Lesern

Frank Leiter von Asterythms

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4 Antworten auf Eine schöne Bescherung …

  1. Hi Frank

    Ich hau mich weg. 🙂 „so ein Perpetuum Mobile ist einfach was Feines.“ – Absolut genial!!!
    Wollte dir schon seit längerem was zukommen lassen, was in unserer Patentabteilung für „Erheiterung“ gesorgt hat. Leider kann ich das komplette Dokument nicht öffnen. Schau doch mal unter CH000000702904A2 nach. Es handelt sich um ein mobiles Windkraftwerk eines schweizer Erfinders mit dem Namen Zuberbuehler.
    Viel Vergnügen!

    Christian

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