Die Galaxie UGC 1840 (ARP 145)

Auf einer meiner Fotos ist mir eine seltsame Galaxie aufgefallen: sie sieht aus als habe jemand ein Loch in sie gestanzt. Halton Arp hat seinerzeit einen „Catalog of peculiar galaxies“ erstellt, in dem Galaxien mit außergewöhnlicher Form verzeichnet sind. Die im Bild gezeigte Galaxie UGC 1840 ist als ARP 145 in diesem Katalog verzeichnet. Am 07. Januar 2018 konnte ich endlich mal ein Teleskop auf dieses Objekt ausrichten und eine visuelle Beobachtung versuchen.

Im Bild ist rechts (westlich) der Galaxie ein heller Stern zu sehen. Dies ist SAO 37986, welcher etwa 6te Größe hell und schon mit bloßem Auge sichtbar ist. Die Galaxie steht nur gut 4 Bogenminuten von diesem hellen Leuchtturm entfernt, was durchaus eine Herausforderung sein kann. Es besteht die Gefahr, dass der helle Stern die Galaxie überstrahlt. (größeres Bild mit Markierung ; Bild ohne Markierung).

Visuelle Beobachtung

Bei 156facher Vergrößerung am 10″ f/5 gelang es mir, die Galaxie zu sehen. Der Stern störte zum Glück nicht. Das Objekt erschien mir als eine sehr lichtschwache, runde, etwa gleichmäßige helle Fläche, die nur im indirekten Sehen sicher zu halten war. Den Durchmesser schätzte ich auf etwa 1′ ab. Meine Skizze und Beschreibung zeigt, dass ich den Kernbereich der Galaxie (im Bild links mit fast stellarem Zentrum) und zwei stellare Objekte gesehen habe (die beiden Sterne im Bild unterhalb des „Lochs“ in der Galaxie). Den Ring oder gar das Loch habe ich hingegen nicht sichten können.

Jeff Kanipe und Dennis Webb sind die Autoren des Buches „The Arp Atlas of Peculiar Galaxies – a chronicle and observer’s Guide“, Willmann-Bell ISBN 978-0-943396-76-7. In diesem Buch wird auf S. 157 eine Beobachtung mit einem 25″ Teleskop vorgestellt. Interessant ist, dass selbst dieser Beobachter nicht klar und deutlich von der Sichtung einer Donut-Form schreibt. Diese gilt als Herausforderung.

Da bin ich froh, die Galaxie mit 10″ bereits gesehen zu haben 🙂

Wer in der Gegend von NGC 891 unterwegs ist, vielleicht schon Lederman 1, NGC 910 und UGC 1841 beobachtet hat, sollte bei UGC 1840 vorbeischauen. Aus meiner Sicht ein sehr spannendes Objekt!

Anekdote

Der 10-Zöller besitzt einen Okularauszug mit 2-Zoll-Steckdurchmesser. Die Okulare haben zwei Hülsen: eine mit 1,25-Zoll- und eine mit 2-Zoll-Durchmesser. Auf die kleinere Hülse kann eine durchsichtige Staubschutzkappe zum Schutz während der Nichtbenutzung gesetzt werden. Am 07. Januar benutzte ich nun zunächst mein 13mm Okular, um erstmal einen Überblick zu gewinnen, denn immerhin zeigt es am Himmel mit diesem Teleskop einen Ausschnitt mit einem Durchmesser von einem Grad. Nachdem ich mich orientiert hatte, wechselte ich zum 8mm Okular.

🙁 Ohjeh 🙁

Die Sterne waren doch recht große Bälle, offensichtlich war die Luft sehr unruhig und blähte sie auf. Die Galaxie, die ich im 13mm Okular schon gesehen hatte, verschwand völlig. Das fand ich sehr enttäuschend.

Die Lage verbesserte sich dramatisch, als ich die erwähnte Staubschutzkappe vom 8mm Okular entfernte und das Sternegucken ohne sie fortsetzte. 🙂

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