Zauber der Astronomie

Astronomie hat mich als Kind verzaubert. Seit 40 Jahren beschäftige ich mich mit ihr. In diesem Beitrag geht es jedoch um etwas anderes. Heute vor 25 Jahren öffnete sich die Welt der Zauberer um Harry Potter. Deren Reiz liegt unter anderem darin, dass sie in unserer Welt stattfindet, wir sie jedoch nicht wahrnehmen. Die Welt von Harry Potter begeistert seit Jahrzehnten Millionen von Menschen und ist reine Fantasie … oder … gibt es am Ende Anzeichen des Zaubers im astronomischen Alltag?

Wenn es Zauberer in der astronomischen Welt gibt, dann sind sie vielleicht auf einer Starparty anzutreffen.

Es gibt den Verdunklungszauber “Nox”: er bewirkt Dunkelheit, die Lichter gehen aus.
Im lokalen astronomischen Dialekt ist mir dieser Zauberspruch durchaus wohlbekannt. Ich denke beispielsweise an die kräftige Stimme einer der Gründer der Zeitschrift Magellan. Wenn er im Redaktionslager mit dröhnendem Bass “Licht aus” rief, gingen die Lichter aber wirklich sofort aus.

Gar nicht so selten scheine ich beim visuellen Beobachter unter dem Zauber “Confudo” zu stehen. Dabei handelt es sich um den Verwechslungs- und Verwirrungszauber. Zumindest würde dies zwanglos manche Probleme beim Identifizieren lichtschwacher Galaxien und quasistellarer planetarischer Nebel erklären. Oder sogar beim Lesen von Sternkarten, das sich in manchen Nächten als ungeheuer schwierig darstellt.
Gut, manchmal ist der Grund der Verwirrung auch ein Fliegenschiss, der vorgibt einen Stern zu markieren.

Äußerst praktisch wäre der “Impertubation”-Zauber in jener Nacht gewesen, in der ich auf einer Starparty geostationäre Satelliten als Objekte in meinem Dobson eingestellt hatte. Reflexartig versuchten nämlich die Gäste, das Teleskop per Hand nachzuführen – denn das sind sie von Dobsons gewohnt. Das ist bei GeoSats allerdings unnötig. Und so wäre der Imperturbation-Zauber hilfreich gewesen, da er Dinge unberührbar macht, der Dobson damit fest auf den Satelliten ausgerichtet geblieben wäre.

Schon seit einigen Jahren sind Gamma-Strahlen-Blitze (“Gamma Ray Bursts”, GRB) Gegenstand der Forschung. Noch immer ist nicht so wirklich klar, was da eigentlich blitzt.
Und hier kommt der Zauber “expulso” ins Spiel, der Dinge explodieren lässt.

Oder brauchen wir Dunkle Materie und Dunkle Energie wirklich, um manche kosmischen Effekte zu erklären? Möglicherweise sehen wir ja die realen Ursachen längst, doch ein Fidelius-Zauber verbirgt diese in unserem Gedächtnis. Vielleicht treiben Zauberer Schabernack und verwirren uns Muggel (Nicht-Zauberer)? Es könnten zum Beispiel Zauberer auf dem Astronomieturm der Schule Hogwarts sein. Sie stehen dort und Verbergen mit einem Deluminator-Zauber Licht, so dass wir Muggel uns manches nur mit Dunkler Energie und Dunkler Materie erklären können.

Der Astronomieturm wirft noch eine andere Frage auf:

Wie kann ich mir den Astronomie-Unterricht heranwachsender Zauberer vorstellen, die so langsam ins Teenageralter kommen?

Spielen die sich vielleicht Streiche, mal vom GRB abgesehen?

Dem Zauberlehrling am Nachbarteleskop einfach mal einen kleinen “obscuro” auferlegen? Schwupps, schon trägt derjenige eine magisch nicht zu entfernende Augenbinde.

Wie wäre es mit einem “petrificus totalus”, wenn der Nachbarzauberer gerade eine Aufnahme nachführen will? Mit diesem Zauber bleibt das Teleskop starr stehen, die Nachführung versagt.

Der Nachbar ist gerade in die Beobachtung einer lichtschwachen Galaxie vertieft und möchte sie zeichnen. Dann könnte doch ein Rictusempra für Erheiterung sorgen, der Kitzelfluch.

Und bestimmt finden sich in jedem Jahrgang zwei Nachwuchszauberer, die sich gegenseitig “Lumos” (Erleuchtungszauber) und “Nox” (Verdunklungszauber, s.o. ) an den Kopf werfen.

Da möchte ich nicht Zauberlehrer sein …

Jedenfalls gibt es durchaus Anzeichen, dass es mehr gibt als wir Muggel so sehen – selbst wir Astromuggel.

Für “Harry Potter”-Fans und Podcast-Hörer empfehle ich den Podcast “Hagrids Hütte” von Manu und Michel aus meiner alten Heimat.

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