Fragen an den Astronomen: Einstieg ins Hobby

In Gesprächen im beruflichen oder privaten Umfeld und in der Öffentlichkeitsarbeit begegnen mir immer wieder Fragen zu meinem Hobby. Einige davon möchte ich in einer kleinen Artikelserie vorstellen und beantworten. Ein guter Anfang ist natürlich die Frage: Wie bin ich zum Hobby Astronomie gekommen?

Diese Frage hat mehrere Teilaspekte, die wiederum in die folgenden Fragen gefasst werden können:

Was hat Dich an Astronomie fasziniert?

Die Faszination begann schon in der Kindheit in den 1970er Jahren. So ganz genau lässt sich das kaum sagen. Zu dieser Zeit wirkte die Mondlandung noch nach, beispielsweise in den Spielsachen und im Fernsehprogramm mit Serien wie Star Trek, Kampfstern Galactica, Raumschiff Orion, usw. Die NASA-Raumsonden Voyager I und II und ihre Bilder von den Planeten gingen durch die Presse. Damit war der Weltraum ein Thema. Da meine Eltern Optik und Naturwissenschaft selbst gut fanden, bekam ich guten Zugang zu Sachbüchern.

Gab es auslösende Erlebnisse?

Stellt sich natürlich die Frage: Wie konnte das Interesse an Astronomie auch zum Interesse am Betrachten des Sternenhimmels führen? Dazu halfen ein kleines Teleskop und ein kleines Fernglas. Ein Schlüsselereignis bleibt jedoch ein Abend, an dem mein Vater mich auf den Balkon führte. Dort hatte er einen Refraktor aufgebaut. Er wird so 60mm Öffnung gehabt haben und das Fotostativ, auf dem er stand, war ein leichtes, transportables. Das Bild im Teleskop zitterte heftig. Aber ich sah ein helles Scheibchen mit Punkten daneben. Auf dem Scheibchen deuteten sich zwei Querbalken an. Das war Jupiter mit seinem Monden und der Anblick war ein großer Moment – obwohl er überhaupt nichts von den Fotos in den Büchern hatte. Aber er war eben direkt, unverfälscht, sogar richtig lebendig.

Dein Wohnort der Kindheit hatte doch bestimmt einen sehr dunklen Nachtimmel?

Ich lebte in einer Stadt mit etwa 50.000 Einwohnern etwa 1 km südlich vom Domplatz im Stadtkern. Das Haus lag recht weit unten an einem Osthang in einer Talmulde. Das bedeutet: Der Himmel war ziemlich aufgehellt und der Blick nach Westen und Südwesten vom Hügel verstellt. Im Grunde keine besonders guten Bedingungen. Immerhin, das Wohnhaus hatte einen großen Garten mit einigen Stellen, die nicht von Straßenlaternen und Lampen ausgeleuchtet wurden. Kurz gesagt: Die Bedingungen waren mäßig aber ich konnte was draus machen.

Was hast Du am liebsten beobachtet?

Mond, Jupiter und die hellsten Deep Sky Objekte aus dem Messier-Katalog. Messier 45, die Plejaden, war eines der viel betrachteten Objekte. Wichtig war mir jedoch auch, den Himmel kennenzulernen und mich ohne optisches Instrument zurechtfinden zu können.

Welche Ausrüstung war wichtig?

Unglaublich hilfreich waren eine kräftige Taschenlampe mit einem langen, fokussierten Lichtstrahl und eine nachleuchtende drehbare Sternkarte. Damit bin ich fast jede klare Nacht raus und habe gelernt, die Sternbilder zu erkennen. Der Krebs war beispielsweise aufgrund der Himmelshelligkeit recht schwer. Doch die Wagen, der Schwan, Orion, aber auch der Drache … all das lernte ich immer besser. Bis heute ist dies das tragende Fundament für meine Himmelsbeobachtungen. Nachdem die Sternbilder sicher “saßen”, fand ich mich mit dem Teleskop zurecht. Und die Teleskope wurden dann immer größer … aber das werde ich in anderem Zusammenhang noch erzählen.

Hinweis: Welche Optik für einen Einsteiger denkbar ist, wird im Artikel “Einsteigerempfehlung, oder: mit welcher Optik beginnen?” diskutiert.

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