Der Planetarische Nebel Abell 82

Nach einer langen Durststrecke gab es kürzlich sternklare Abende und Nächte. Zu Neumond! Das war für mich die Gelegenheit, das „Projekt 250“ voranzutreiben: Drei Planetarische Nebel hatte ich mir vorgenommen. Eine Nichtbeobachtung, eine unsichere Beobachtung und eine sichere Beobachtung waren das Ergebnis. Die sichere Beobachtung war Abell 82 im Sternbild Cassiopeia. Er ist Gegenstand dieses Beitrags.

Planetarische Nebel aus dem Abell-Katalog sind meiner Erfahrung nach oft großflächig und lichtschwach. Damit sind sie regelmäßig sehr schwer zu beobachten. Selbst mit dem 16″er scheiterte ich an einigen Abell-PN. Daher war ich mit 10″ skeptisch. Hoffnung hingegen machten erfolgreiche Sichtungen des Abell 82 mit 8″ im Beobachteratlas für Kurzentschlosse und in „Visual Observations of Planetary Nebulae“ von Kent Wallace. Ein alternativer Name des PN lautet PK 114-4.1. Seine Größe ist in Katalogen mit stattlichen 94 Bogensekunden angegeben.

Am Beobachtungsabend war es mit -6°C frostig kalt, die Luftfeuchtigkeit schön ausgefroren. Allerdings war der Nachthimmel doch deutlich aufgehellt, so dass die Milchstraße mit bloßem Auge nur in der Nähe des Zenits sicher zu sehen war. Grund dafür war eine Schneedecke, die das Licht der Straßenlaternen und anderen nächtlichen Beleuchtungseinrichtungen in die Atmosphäre reflektierte.

Der Himmelsausschnitt, an dem Abell 82 steht, ließ sich schnell auffinden. Von Caph, das ist der zweithellste Stern im Sternbild Kassiopeia, schwenkte ich den 10″ f/5 Dobson knapp 3 Grad nach Südwesten zum offenen Sternhaufen NGC 7789. Ein lohnenswertes Objekt und einen eigenen Artikel wert. Gut anderthalb Grad westlich des Sternhaufens befindet sich dann Abell 82.

Bereits mit dem 13 mm Okular und ohne Filter konnte ich den Planetarischen Nebel sicher erkennen. Die beste Ansicht gelang mit dem 8 mm Okular und einem eingeschraubten UHC-Filter. Der PN erschien als etwa ovale Wolke. Etwa in ihrer Mitte, bezogen auf die lange Achse, und an ihrem Rand fand ich einen Stern. Dieser ist auf Fotos des PN (auch im Bild des Beitrags) zu erkennen und im Katalog mit etwa 13 mag angegeben.

Dieser Artikel enthält keine Zeichnung des Objekts – sondern ein Foto. Es entstand im Februar 2017 mit dem 105 mm Objektiv und zeigt recht gut den Anblick im 10″ Dobson. Der PN ist in der eingesetzten Vergrößerung eines Ausschnitts mit einem roten Kreis markiert.

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