Weihnachtspatente 2020

Dies sind die Tage mit dem frühesten Sonnenuntergang (an meinem Standort: etwa 15:58) und es weihnachtet schon wieder. Eine passende Gelegenheit für einen Blick in die Patentdatenbanken. Schauen wir mal, wie uns die Erfinder in diesem Jahr mit ihren Geistesblitzen helfen, ein schönes Weihnachtsfest zu verleben.
Eine spannende Frage ist, ob es den Weihnachtsmann eigentlich überhaupt gibt. Zur Beantwortung dieser Frage waren Erfinder aktiv. Das ist spannend, aber dazu kommen wir weiter unten.

Es wird ja oft gesagt, der Weihnachtsmann komme nur unter den passenden Voraussetzungen. Beispielsweise helfe ein festlich geschmücktes Weihnachtszimmer. Schauen wir uns daher zunächst an, was die Erfinder zur Dekoration des Zimmers zu bieten haben.

Der bestimmende Gegenstand in vielen weihnachtlich geschmückten Zimmern ist der Weihnachtsbaum. Ist es nicht herrlich, wenn der Duft des Baumes die Raumluft veredelt? Andererseits ist es bedauerlich, dass der Lebenszweck eines ganzes Baumes nur die wenigen Tage des Jahres sind.

Doch es gibt eine Lösung, den frischen Duft zu bekommen ohne einen Baum zu opfern! Die DE 20 2020 003 985 U1 schlägt vor, einen senkrechten Stab 3 mit Löchern 4 zu versehen, in die einzelne Zweige eines Baumes gesteckt werden können. Der Stamm 3 ist wiederverwendbar und die Zweige wachsen nach.

Ich denke, diese Erfindung eröffnet noch eine ganz andere Möglichkeit: es ist möglich, den Duft der Nordmanntanne mit dem einer serbischen Fichte zu kombinieren. Manche Familienstreitigkeiten werden so im Keim erstickt.

Nicht nur frische Luft sondern auch ein frischer Wind beschäftigt die Erfinder der US 2020/0329896 A1. Diese empfanden einen ruhenden Weihnachtsbaum als zu langweilig. Er ruht eben. Sie schlagen nun einen künstlichen Weihnachtsbaum vor, der anstelle von Zweigen Flügelblätter besitzt. Diese sind drehbar auf dem senkrechten Stamm montiert. Durch Luftbewegung werden die Flügelblätter in Bewegung versetzt. Ganze Abschnitte mit Blättern rotieren nun um den Stamm.

Fragt sich, was bei starker Luftbewegung passiert. Ich denke da an Weihnachtsbaumschmuck, zum Beispiel Kugeln und Kerzen. Nicht, dass diese durch die schneller Drehung des Baumes von diesem wegfliegen und beispielsweise im Weihnachtsmenü landen.

Wo wir gerade beim Thema Baumschmuck sind.
Was gibt es schöneres als individuell gestaltete Weihnachtsbaumkugeln? Die hübsch mit geometrischen Mustern verziert sind?
Das dachten jedenfalls die Erfinder der US 2020/0352361 A1. Zwar sind solche Kugeln mit umlaufenden Mustern im Prinzip schön, kranken jedoch nicht selten an einer fachgerecht symmetrischen Ausführung der Muster. Und hier schufen die Erfinder Abhilfe durch die kleine in der Abbildung gezeigten Gerätschaft. Die Kugel wird drehbar eingespannt und in Drehung versetzt. Nun muss nur noch ein Stift aufgesetzt werden und schon ergibt sich ein schönes symmetrisches Muster. Damit auch die rechte Stimmung aufkommt, ist das Gerät gleich in Weihnachtsbaumform gestaltet.

Das allerdings erschwert die zweite Nutzung, die mir einfällt: das Bemalen von Ostereiern.

Man kann eben nicht alles haben.

Immerhin haben wir jetzt die Zutaten für ein hübsch geschmücktes Weihnachtszimmer. Damit komme ich zurück zu der Frage: Wo ist der Weihnachtsmann?

Die Erfinder der DE 20 2019 005 225 U1 schlugen zur finalen Lösung der Frage einen Weihnachtsmannfänger vor. Konkret beschreiben sie ein Fallensystem (100) zum Aufspüren und Sicherstellen des Weihnachtsmanns, mit einer Seil-Konstruktion zum Bewegen eines Wasserglases. Diese besitzt einen reißfesten Faden (101), dessen erstes Ende an einem Haken (103) in der Wand eines Zimmers befestigt ist. Das zweite Ende umschließt ein – und Achtung, das ist wichtig! – mit Glühwein gefülltes Glas (102). Glühwein sei süß und klebrig und hinterlasse auffällige und leicht zu analysierende Flecken, die dauerhaft erhalten bleiben.

Kehren wir nochmal zum Baum zurück. Echte Kerzen gelten als besonders stimmungsvoll. Das sind sie jedoch nur, solange nicht der ganze Baum in Brand gerät. Um das zu verhindern, wird in der US 10,675,491 B2 ein System zum Löschen eines in Brand geratenen Weihnachtsbaumes vorgestellt.

Entlang des Baumstammes ist eine Rohr vorgesehen, in welchem Löschmittel fließen kann. Dieses tritt aus Düsen 22 aus, welche in mehreren Ebenen der Baumes über den Umfang verteilt angeordnet sind.

Sinnvoll sind Sensoren 23, mit denen ein Feuer automatisch detektiert wird. Im Falle eines Brandes wird Löschmittel aus dem Feuerlöscher in den Baum verteilt. Die Elektronik, die die Sensoren auswertet und den Löschvorgang aktiviert, kann sogar mit der Feuerwache im Ort verbunden sein und so gleich die Feuerwehr herbeirufen.

Hoffentlich unterscheidet das System ZUVERLÄSSIG zwischen einer brennenden Kerze und einem brennenden Zweig.

Wir haben auch dieses Jahr wieder einige Gerätschaften gesehen, die Strom benötigen. Und so folgt auch in diesem Jahr abschließend wieder der Blick auf nachhaltige Stromquellen. Auch in diesem Jahr enttäuschen uns die Erfinder nicht, wie das folgende Bild zeigt:

Diese Anordnung stammt aus der DE 20 2020 000 596 U1. Der Erfinder schlägt eine Anordnung mit einer Windmaschine (1) vor, die einen Wind (2) künstlich erzeugt. Dieser treibt einen Windgenerator (3), der Energie in Form von Strom erzeugt. Dieser Strom steht dann zur Verfügung, um die Windmaschine (1) anzutreiben … Vorteil: Das System lässt sich auch in geschlossenen Räumen installieren und ist unabhängig vom Wetter.

Ich denke, auch in diesem Jahr sind wir wieder gut für das Weihnachtsfest gerüstet.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein schöne Weihnachtszeit

Frank

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