Objekte in der Andromedagalaxie: G1, G35 und NGC 206

Unsere Nachbargalaxie besitzt zwei enge Begleitgalaxien: M32 und M110. Doch auch in der Galaxie selbst sind Objekte mit moderaten Beobachtungsmitteln erkennbar. Drei davon möchte ich heute vorstellen: die Sternassoziation NGC 206 und die Kugelsternhaufen G1 (Mayall II) und G35.

Vorweg: die Bilder sind Ausschnitte aus der M31-Aufnahme des vorangegangenen Artikels, das mit einem 105mm-Objektiv entstanden ist.

Sternassoziation NGC 206

Im Grunde handelt sich bei diesem Objekt um eine Region der Andromedagalaxie, in der die Sterne gerade so dicht zusammen kommen, dass sie leicht mit der Schwerkraft aneinander gebunden sind. Dies ist eine Art großer, loser offener Sternhaufen. Allerdings ist das Objekt recht groß – immerhin betrachten wir es aus einer Entfernung von 2,5 Millionen Lichtjahren. Im 8″ Teleskop ist das Objekt auf jeden Fall zu sehen.

Kugelsternhaufen G1

In den 1990er Jahren kamen die Dobson-Teleskope auf und erlaubten viel detaillierte Blicke auf die Objekte jenseits unseres Sonnensystems und unserer eigenen Galaxie. Ein beinahe legendäres Objekt dieser Zeit ist der Kugelsternhaufen G1, der visuell mit 10″-Teleskopen auf jeden Fall zu sehen ist. Ich meine, mich auch an eine Beobachtung mit einem 8″-Dobson zu erinnern, die seinerzeit mit Freunden in der Astro-AG Heuchelheim gelang. Im Deep Sky Corner von AstroInfo beschreibt Bernd Nies das Objekt und wie man es findet.

Kugelsternhaufen G35

Dieser Kugelsternhaufen ist an der Sichtbarkeitsgrenze dieser Aufnahme.  Ich war überrascht, ihn überhaupt auf der Aufnahme zu finden. Im Netz gibt es auf der Website des California Institute of Technology (Caltech) einen Karte der Andromedagalaxie, in der Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen und weitere Objekte verzeichnet sind. Position und Bezeichnung von G35 sind diesem Katalog entnommen.

Etwas deutlicher ist er auf einer anderen Aufnahme von M31 zu sehen, die noch auf diversen Festplatten schlummert. Sie ist mit dem TV85 entstanden, d.h. bei 480mm Brennweite und f/5,6. Im Vergleich ist klar zu sehen, dass beide Aufnahmen den Kugelhaufen zeigen. Interessant ist in der zweiten Aufnahme ein sehr schwacher Stern in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kugelhaufen. Dieser Stern ist auf Karte 3 des Katalogs eingezeichnet. Er ist auf der zweiten Aufnahme sicher zu erkennen und deutlich lichtschwächer als der Kugelsternhaufen. Auf der ersten Aufnahme muss es sich daher um den Kugelhaufen handeln.

Visuelle Beobachtungen, Zeichnungen und Links finden sich übrigens auf der sehr informativen Website von Jens Bohle, M31.

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