17. April 2010: Der Himmel ist frei …

… von Flugzeugen und Wolken. Also nutze ich die Bedingungen für etwas Astronomie, diesmal die fotografische Variante. Zum Einsatz kommen: ein TeleVue TV 85 auf einer GP-D2 und eine Canon 350D als Detektor. Der bereits deutlich die Deep-Sky-Sicht beeinträchtigende Mond war Ausgangspunkt:
Mond am 17.04.2010

Visuell war deutlich der vom Erdlicht beschienene Teil des Mondes zu sehen. Mit etwas Sarkasmus könnte man sagen: wenn etwas für eine lang anhaltende Schönwetterphase spricht, dann ist die zunehmende Mondphase.

Bereits gestern hatte ich von Messier 44 im Sternbild Krebs und dem Planeten Mars geschrieben. Auch heute war das eng Pärchen visuell zu sehen. Fotografisch sah es dann so aus:

Mars bei M44
(Vollbild)

Auch heute war mein Ziel wieder das Sortiment im Hals vom Löwen. Mit deutlich mehr Belichtungszeit kommt auch einiges mehr an Details heraus. Hier zunächst das Bild:

Sortiment, 17. April 2010
(Vollbild)

Es deuten sich bei NGC 3187 Spiralarme an. In NGC 3190 ist auch der Galaxienteil diesseits des Staubbandes nun zu sehen. (Benennung usw. hier).

Sind die Bedingungen heute nicht ein Traum für fotografierende Astronomen?

Immerhin findet kein Ab- und Anflugbetrieb zum nur 60 km in südlicher Richtung liegenden Rhein-Main-Flughafen statt. Doch wie so oft gibt es auch in dieser Suppe noch ein Härchen und hier habe ich so eines dokumentiert:

Satellit 17.04.2010

Dieser Beitrag wurde unter Astrofotos, Astronomische Beobachtungen, Deep Sky, Mond veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten auf 17. April 2010: Der Himmel ist frei …

  1. Michel sagt:

    Schöne Seite und schöne Bilder hast du hier!
    Aber ich hab noch eine Frage.
    Ich hatte am 17.4 Nachtdienst und als ich gegen 23 Uhr von Marburg nach Gladenbach fuhr, also Richtung Westen, war am Himmel ein für meine Begriffe viel zu hell leuchtender Stern ( oder halt kein Stern… ), das einzigst hellere Objekt am Himmel war der Mond. Ich hab nicht viel Ahnung von Astronomie und Sternenkonstellationen, aber diesen hab ich auf jeden Fall noch nie gesehen.
    Ich beschreib einfach mal ein Laiensprache die Lage, als grobe Orientierung : Der Mond lag WNW, besagtes Objekt weiter nördlich, ungefähr NW.
    Das einzige Vergleichsobjekt das ich aus dem Auto raus hatte war Sirius, der SW stand und deutlich schwächere leuchtete, weswegen ich hier jetzt dieses Frage stelle.
    Wäre schön, wenn du mir helfen könntest.
    Wahrscheinlich wars aber nur ein Wetterballon 😉
    MfG
    Michel

  2. Frank sagt:

    Hallo Michel,
    bewegte sich das Objekt oder stand es eher fest, d.h. zog nicht schneller als der Mond? War es ausgedehntes Objekt? Im Nordwesten gehen um diese Uhrzeit die Plejaden unter, es stehen aber auch ein paar sehr helle Sterne am Himmel, z.B. Kapella (etwa auch im NW). Zu früherer Uhrzeit hätte ich auf Venus getippt, die steht nämlich sehr hell im Westen.
    Wenn sich’s bewegt hat gibt es neben dem Wetterballon auch die Möglichkeit, dass ein Satellit zu sehen war – die werden zum Teil heller als Venus, sind dann aber nur kurzzeitig an einem Ort zu sehen.
    Tschüss
    Frank

  3. Michel sagt:

    Danke schonmal für die rasche Antwort!
    Aber wir konnten leider nicht lange beobachten, da wir im Auto saßen. In der Zeit hat sich das Objekt auf jeden Fall nicht bewegt, einen Sateliten schließe ich also aus, da es dafür auch zu hell und zu groß war.
    Mit ausgedehntem Objekt kann ich jetzt nicht so sonderlich viel anfangen, der Begriff ist bestimmt komplizierter besetzt als er klingt 😉
    Schade, dass ich kein Foto machen konnte.
    Hast du zufällig Bilder von Wetterballons am Sternenhimmel ?
    Gruß
    Michel

  4. Frank sagt:

    Hallo,
    hm, mal überlegen. „Ausgedehnt“ ist für mich etwas, was wie eine Fläche erscheint. Der Mond ist da ein prominentes Beispiel bei Beoabchtung mit freiem Auge. Unter den von Dir geschilderten Beobachtungsbedingungen sind Venus, Satellit aber auch ein Wetterballon nahezu sternartig/punktförmig. Am Freitagabend zogen Zirren über den Himmel, die können aus punktförmigen Objekten auch schon mal flächige Objekte machen – das war aber am Samstag nicht der Fall. Ich horche mal im Verein rum, vielleicht ja jemand zufällig dieses Objekt gesehen.
    Tschüss
    Frank

  5. Michel sagt:

    Super, vielen Dank
    Das macht mich nämlich fast wahnsinnig, das Ding

  6. Frank sagt:

    Eine erste Rückmeldung von der Vereinsmailingliste: Kapella im Fuhrmann wird als heller Stern in Erwägung gezogen (s.o.). Mal schauen, was noch kommt 🙂

  7. Frank sagt:

    Hallo. Also, man könnte die Ergebnisse der Listenbefragung so zusammenfassen:

    a) wenn Deine Zeitangabe um 30 bis 40 Minuten falsch liegt, könntest Du die Venus beim Untergang gesehen haben. Die ist derzeit ziemlich hell.

    b) Du hast Capella gesehen, durchaus einer der hellsten und auffälligsten Sterne am Nordhimmel.

    Tschüss, Frank

  8. Michel sagt:

    Ja, bei der Zeit bin ich mir tatsächlich nicht so ganz sicher.
    Bin auf jeden Fall mit beiden Antworten zufrieden 😉
    Vielen Dank für die Mühe!

Schreibe einen Kommentar zu Michel Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.