Astronomische Ziele 2016

Der Jahreswechsel ist eine gute Gelegenheit, den Blick nach vorne zu richten. Angeregt von einer Blogparade auf dem ClearSkyBlog schaue ich nun schon seit einigen Jahren zum Jahresbeginn nach astronomischen Zielen für das begonnene Jahr. Insbesondere zwei Fragen treiben mich dabei um: 1) Gibt es in den nächsten Monaten besondere astronomische Ereignisse? 2) Ist meine technische Ausrüstung auf ausreichendem Stand?

Beginnen wir mit

1) astronomische Ereignisse in 2016

Noch steht der Komet Catalina am Himmel, wobei er an Helligkeit verliert. Im Dezember 2015 konnte ich ihn zwar an einem Morgen sehen, u.a. mit dem Fernglas vom Firmenparkplatz. Ein beeindruckender Anblick war es jedoch leider nicht. Viel besser war die Beobachtung am Neujahrsmorgen und vielleicht habe ich hier noch weiteres Glück über diese Beobachtung hinaus . Und überhaupt: vielleicht haben wir alle Glück und ein bekannter Komet bricht in seiner Helligkeit aus, wie bspw. Holmes. Oder es wird ein neuer Komet entdeckt, der sehr hell wird.

Ich breche gleich zu Anfang dieser Vorschau die Chronologie des Jahreslaufes und sage schon jetzt, dass ich die Halbschattenmondfinsternis am 16. September auslassen werde. Sie liegt immerhin günstig in den Abendstunden, aber wirklich lohnend empfinde ich das nicht. Der Himmel wird zudem nicht ausreichend zum visuellen Deep-Sky-Gucken abgedunkelt 🙂

Mond bedeckt Hyaden

Wesentlich spannender ist aus meiner Sicht, dass der Mond den offenen Sternhaufen der Hyaden in 2016 gleich dreimal durchwandern wird:

  • 19./20. Januar
  • 29. Juli. An diesem Tag kommt es zusätzlich zu einer Bedeckung von Aldebaran. Für diese ist mein Wohnort jedoch zu nördlich gelegen
  • 13. Dezember, wobei der Mond fast voll ist.

Das sind immerhin drei Chancen, da sollte doch einmal das Wetter mitspielen.

06. April: Mond bedeckt Venus am Taghimmel.

Dies ist m.E. eine echte Herausforderung, da sich das Ereignis dicht an der Sonne abspielt. Das dürfte es richtig schwer machen und es ist besondere Vorsicht geboten. Das Ereignis selbst muss man ohne Sonnenfilter beobachten, die nahestehende Sonne sollte aber nicht versehentlich ihr Licht ins Teleskop werfen.

09. Mai Merkurtransit

Einen Merkurtransit konnte ich erfolgreich am 07. Mai 2003 beobachten. Nachdem ich das Ereignis für mich mit einem Foto dokumentiert hatte, nahm ich damals meine Ausrüstung und baute sie vor dem Institutsgebäude der Physik in Gießen auf. Bei bestem Wetter konnten zahlreiche Gäste den kleinen Merkur vor der Sonnenscheibe sehen. Vielleicht haben wir dieses Jahr auch wieder Glück, dann würde ich natürlich das PST benutzen.

Im Grunde sind das schon die astronomischen Ereignisse. Liest sich mager, zumindest im Vergleich zu 2015, das eine Sonnen- und eine Mondfinsternis bei bestem Wetter zu bieten hatte.

Großereignisse setzen immer voraus, dass das Wetter zu einem bestimmten Zeitpunkt wenigstens hinreichend gut ist. Zwar hatte ich in den letzten 30 Jahren schon oft Glück, aber auch schon sehr oft Pech. Insofern müssen wir im kommenden Jahr das Glück nicht so sehr strapazieren.

Mir schwebt vor, die in 2015 begonnene kurzbrennweite Fotografie zu vertiefen. Kurze Brennweite bedeutet für mich 105mm Brennweite, nachgeführt mit der StarAdventurer. Vielleicht schaffe ich es auch, die visuelle Beobachtung zu vertiefen. Dazu müsste ich mir ein einfaches Projekt überlegen, wozu die Erweiterung der 200+ visuell beobachteten Planetarischen Nebel definitiv nicht gehört.

Vor einiger Zeit habe ich meine Ausrüstung um ein Blazegitter erweitert, das ich sowohl visuell als auch fotografisch einsetzen möchte.

2) Technische Ausrüstung

Die Verbesserungen an meiner astronomischen Ausrüstung liegen in folgenden Punkten:

  • Verbesserung der Flatfield-Aufnahmen:
    Man möge es kaum glauben, bisher fotografiere ich einfach gegen die weiße Wohnzimmerwand. Das lässt sich natürlich noch verbessern. Gerade für Fotos mit dem 105mm Objektiv ist das dringend nötig.
  • Standort 16-Zoll-Dobson:
    Für meinen 16-Zoll-Dobson suche ich noch einen guten Standort, um ihn schnell einsetzen zu können. Es zeigt sich einfach, dass lange Rüstzeiten weder mit dem üblichen Wetter noch mit meiner beruflichen Belastung vereinbar sind.
  • Standalone Autoguiding:
    Mit diesem Thema möchte ich mich befassen. Einige Zeit war es ja schön, mit dem Laptop neben dem Teleskop zu sitzen und nur ab und an tätig zu sein. Aber dieses ganze Gebastel mit dem Laptop macht mir keinen Spaß mehr. Eine in sich geschlossene Lösung wäre mir lieber.

Sonstiges

Es gibt so viele Seiten der Astronomie,  sie ist in dieser Hinsicht wie ein geschliffener Diamant. Immer wieder erfreue ich mich an alten und neuen Facetten. Über meine Erlebnisse in Sachen Astronomie möchte ich auch weiterhin Bloggen. Mit einer Aktivität von etwa einem Beitrag pro Woche wäre ich auch 2016 wieder zufrieden.

Ich wünsche allen ein gutes

Erwachen der Nacht 🙂

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4 Antworten auf Astronomische Ziele 2016

  1. Stefan Gotthold sagt:

    Hallo Frank,

    lieben Dank für den tollen Artikel und der Teilnahme an meiner diesjährigen Blogparade. Sehr schöne Vornahmen hast Du da und vor allem die Hyadenbedeckung durch den Mond hatte ich bis jetzt noch nicht auf meinem Schirm. Das trag ich gleich mal auf meiner ToDo-Liste nach.

    Viele Grüße
    Stefan

  2. Christian Weis sagt:

    Servus Frank,

    eine sehr schöne Liste und viele interessante Pläne hast du da zusammen gestellt. Ich drücke dir die Daumen. Vor allem das Standalone-Guiding klingt sehr spannend. Könnte mir vorstellen, daß das auch was für mich wäre – solange ich nebenbei noch beobachten kann.
    Mir ist beim Versuch, die Venus bei Taghimmel in Arizona ins Okular zu bekommen mein Teleskop fast abgefackelt. Hat das Velours neben dem OAZ pulverisiert… Pass also schön auf damit.

    Viele Grüße in die Polarnacht,
    Christian

    • Frank sagt:

      Moin Christian,
      Autoguiding ohne Laptop wäre dann was für Dich, da könntest Du in nebenbei noch visuell gucken :-)‘
      Venus wird wirklich schwierig. Ich habe schon am Taghimmel eine Bedeckung beobachtet, da konnte ich aber gut aus dem Schatten heraus beobachten. Das war dann sicher, setzt aber einen ausreichenden Winkelabstand voraus. Mal sehen.
      Grüße aus der Polardämmerung 🙂
      Frank

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