Der wohl teuerste „Eimerdeckel“ der Welt

Bilde mal einen Satz mit „Nebraska“.

Wie wäre es mit dem folgenden? „Eine Wanderausstellung zur Himmelsscheibe Nebras kann in Geesthacht besichtigt werden“. Und das haben meine Frau und ich dann auch getan.

Die Wanderausstellung ist zweiteilig aufgebaut: zum einen sind Exponate ausgestellt, die von Texttafeln mit Erläuterungen begleitet werden. Zum anderen gibt es eine gut einstündige Filmvorführung.

Dieser Film besteht aus mehreren Abschnitten. Die Abschnitte behandeln u.a. folgende Themen:

  • Astronomische Deutung der Scheibe
  • Fund und Weg ins Museum
  • Herstellung der Himmelsscheibe

Ich möchte den Film an dieser Stelle gar nicht vollständig nacherzählen. Eine Kurzvorstellung zweier Abschnitte soll als Appetithappen ausreichen:

Dass wir uns heute mit der Himmelsscheibe befassen können und sie nicht in einem Privatfundus vergammelt, ist eine spannende Geschichte. Zunächst hatten Gräber mit einem Metalldetektor einen Treffer gelandet. Sie holten mehrere Schwerter aus dem Boden und etwas, das sie zunächst für einen Eimerdeckel hielten. Die Gräber zerstörten die Scheibe teilweise und leider fehlen durch ihr unprofessionelles Vorgehen wichtige Daten. Jedenfalls war es eine längere Geschichte, bis die Scheibe schließlich der Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte.

Im Abschnitt zur astronomischen Deutung wurden einige mögliche Interpretationen vorgestellt. Manches davon klang mir als Hobbyastronom zu weit hergeholt, manches wiederum leuchtete direkt ein und klang plausibel. Interessant war auf jeden Fall zu hören, wie verzahnt die Kulturen in Abend- und Morgenland schon damals waren – immerhin vor 3.500 Jahren! An mehreren Stellen wurde auch wissenschaftlich sauber formuliert, dass es sich um begründete Annahmen handele, für die aber noch weitere Nachweise zu erbringen seien.

Insgesamt war der Film kurzweilig und enthielt genug Information, ohne überfrachtet zu sein.

Die Exponate sind aussagekräftig. Beispielsweise sind die Fundstücke gezeigt, die offensichtlich mit der Scheibe selbst in die Erde gelegt wurden. Außerdem wurde eine Fundstelle hergerichtet, wie sie tatsächlich ausgesehen haben könnte. Am wichtigsten ist aber die Himmelsscheibe selbst.

Die Himmelsscheibe hat mehrere Phasen der Veränderung durchlaufen. Für jede dieser Phasen, die sowohl mit Texttafeln als auch im Film erläutert werden, war eine Nachbildung der Himmelsscheibe in Orginalgröße ausgestellt. Das Original gab es – aus nachvollziehbaren Gründen – nicht zu sehen.

Die Ausstellung kann noch bis zum 03. März besucht werden. Für den Eintrittspreis von 2,50 Euro kann zudem die Dauerausstellung im Krügerschen Haus (weiteres Foto) besucht werden.

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