
Heute zeige ich ein Bild für Weihnachten. Es erscheint statt der schon üblich gewordenen Patentdokumente. Die kommen auch noch (nicht in diesem Jahr), aber die Erfinder sollen mal etwas Zeit bekommen. Darf ja auch sein. Wo es doch sogar am Himmel einen Weihnachtsbaum gibt!
Den Weihnachtsbaumhaufen kenne ich seit bestimmt 30 Jahre. Dies ist eine enorme Zeit. Und doch habe ich das Objekt weder photographisch noch visuell beobachtet. Eigentlich erstaunlich.
Die Rede ist von NGC 2264 im Sternbild Monoceros. Mit nur wenig unter einem Grad Durchmesser ist diese Objektesammlung auch nicht gerade klein!
Der Weihnachtsbaum wird gebildet von den Sternen eines offenen Sternhaufens. Tatsächlich sind ein Dreieck und ein Stamm sehr gut zu erkennen. Allerdings steht dieser Baum am Himmel auf dem Kopf, seine Spitze zeigt also nach Süden und der Stamm nach Norden. Daher habe ich das Objekt im Titelbild gedreht und einen Tannenbaum dahinter gelegt. So ist der Weihnachtsbaum viel leichter zu erkennen.
Also: Falls noch ein Leser einen Baum braucht …
Das Objekt wird noch interessanter, wenn man es in H-Alpha betrachtet. Dann erscheinen nämlich sogar Nebel! Im Baum steht schon eine erste, große Nebelfläche. Und darüber hinaus steht an der Spitze des Baumes der so genannte Konusnebel, ein an sich bekanntes Objekt.
Die folgende Aufnahme entstand mit dem Teleskop Alnitak in Spanien und wurde in H-Alpha aufgenommen. Wird sie um 92 Winkelgrad im Uhrzeigersinn gedreht, steht Norden nach oben. Das Bild zeigt den fotografierten Himmelsausschnitt. Eine Einzelaufnahme wurde sechs Minuten lang belichtet, sieben von den Bildern aufeinander gerechnet:

Das sieht sehr lohnend aus. Da muss ich bei Gelegenheit mal hinschauen. Wahrscheinlich mit UHC-Filter, denn dieser lässt auch H-Alpha hindurch. Eine OIII-Aufnahme zeigte fast keine Aktivität.
Ich bin gespannt!