Beobachtungshinweis: Leuchtende Nachtwolken

Die Sommersonnenwende liegt nun gerade ein paar Tage hinter uns. Die Sonne taucht daher im Laufe einer Nacht nur wenige Grad unter den Horizont. Für Deep-Sky-Beobachter ist dies eine schlechte Zeit, gerade für diejenigen nördlich der Mainlinie. Wobei ich sagen muss, dass mir persönlich eine gewisse astronomische Sommerpause gut tut.

In diesen Sommernächten mit lange andauernder Dämmerung lohnt der Blick in Richtung Nordhorizont, denn dort sind mit Glück besondere Wolken zu beobachten. Zu entdecken sind sie auf diesem Bild:

Leuchtende Nachtwolken, 27.06.2011

(großes Bild)

Ich muss zugeben: ein genauer Blick ist auf dieser Aufnahme von Nöten.

Daher einige Erklärungen:

Zunächst sind am unteren Bildrand Bäume zu sehen. Darüber folgt Bodennebel im Lahntal, dahinter dann der Horizont. Über dem Horizont fällt zunächst der Farbverlauf von Rot nach Blau der Dämmerung auf. Dunkel heben sich gegen den Himmel faserige Wolken ab: dies sind Zirren. Solche Wolken befinden sich in einer Höhe von etwa 10 km.

Hellblau-weißlich erscheinen zwischen den Zirren weitere Wolken. Sie sind leicht strukturiert. Dies sind die so genannten „Leuchtenden Nachtwolken“.

Leuchtende Nachtwolken sind eine besondere Form von Wolken, denn sie stehen in einer Höhe von über 80 km in der Atmosphäre. Das ist außergewöhnlich hoch! Nach derzeitigem Stand der Forschung bestehen die Wolken aus Eiskristallen. Es wird davon ausgegangen, dass Staub als Kondensationskeim für die Kristalle dient, welcher beispielsweise von verglühenden Meteoroiden stammt.

Beobachtbar sind Leuchtende Nachtwolken in geographischen Breiten von etwa 50°-65° und in den Monaten Mai bis August.

Die Aufnahme entstand am 27.06.2011 um 23:58, 10 Sekunden bei ISO 800, f/4, f=55mm.

Literaturhinweis:

„Vom Regenbogen zum Polarlicht“, Kristian Schlegel, ISBN 3-8274-0530-0

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