Ein Blick auf die Spiralgalaxie Messier 74

Die Spiralgalaxie Messier 74 gehört zu den Objekten, die ich zu unrecht nur selten aufsuche. Immerhin schauen wir fast senkrecht auf die Galaxienscheibe, man spricht auch von einem „face-on“-Blick. Gestern riss der Himmel passend zur betrieblichen Weihnachtsfeier nach zwei nicht-astronomischen Wochen auf. Nun, ich bekam trotzdem die Gelegenheit zum Beobachten.

In solchen Situationen ist es praktisch, schnell verfügbare Ausrüstung zu besitzen. Gestern kam die Star Adventurer mit der 70d und dem 105mm Objektiv zum Einsatz. Zusätzlich nutzte ich den 2x-Tele-Extender, um eine Brennweite von 210mm zu erreichen. Allerdings reduzierte dies die nutzbare Blende auf f/16. Das ist recht wenig. Dementsprechend ist die Aufnahme trotz einer Belichtungszeit von 26 Minuten bei ISO 10.000 alles andere als ausbelichtet.

Die Fotomontage dieses Artikels zeigt zum Vergleich als eingesetztes Bild eine Aufnahme des Palomar Observatory Sky Survey, die das Programm Guide mitlieferte. Um den Vergleich zu erleichtern, habe ich die Aufnahmen etwa gleich skaliert und das POSS-Bild noch etwas abgedunkelt. Norden ist oben.

Es lohnt, beide Aufnahmen miteinander zu vergleichen. Ich bin überrascht, wie viele Strukturen bei 210mm zu sehen sind, die keine Bildbearbeitungsartefakte sind sondern auf realen Merkmalen der Galaxie beruhen.

Unterhalb des Galaxienzentrums ist ein Spiralarm erkennbar. Zwischen dem Galaxienkern und der rechts davon zwischen 3 Uhr und 6 Uhr angeordneten Kette aus drei Sternen ist ein dunkles Band zu sehen, der die Spiralarm voneinander trennt. Auch auf der 210mm-Aufnahme! Oberhalb des Galaxienkerns zeigen sich ebenfalls Strukturen auf beiden Aufnahmen.

Messier 74 ist mit einem größeren Fernglas (auf jeden Fall: 20×70) und eher kleinen Teleskopen (11cm Newton-Spiegelteleskop) visuell zu erkennen. Wichtig ist jedoch, dass der Himmel möglichst dunkel ist. Aufhellung durch Straßenlaternen oder Schleierbewölkung kann die Beobachtung des Objekts schnell unmöglich machen.

Mal schauen, ob ich noch Belichtungszeit nachlegen oder eine lichtstärkere Optik zum Fotografieren verwenden kann. Es gibt da noch Möglichkeiten 🙂

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