Visuelle Trockenübung: Starhopping, u.a.

Anfang Januar fotografierte ich einen Teil des „Pegasusquadrats“ mit 105mm Brennweite (Fotodaten: siehe Ende des Eintrags). In diesem Teil des Himmels steht kein größeres interstellares Objekt, das bei dieser Brennweite einen reizvollen Anblick ergeben könnte. Die Idee hinter dieser Aufnahme war eine andere: fotografische Unterstützung meines visuellen Beobachtungsprojekts „Pegasusquadrat“. Das Vorschaubild rechts enthält einen Detailausschnitt. Anklicken des Vorschaubildes zeigt das eigentliche Foto, dann ohne Detailausschnitt.

Das Pegasusquadrat bedeckt etwa einen 13°x16° großen Himmelsausschnitt. Messierobjekte sind darin nicht enthalten. Das vielleicht bekannteste Objekt ist NGC 7814, eine Galaxie in Kantenstellung, in der ein Staubband gesehen worden sein soll. Mir gelang es mit 16″ am 28.12.2008 nicht, dieses zu sehen. Allerdings war die Luft sehr unruhig.

Die Aufnahme von Anfang des Jahres erfüllt nun zwei Funktionen:

1) Üben des Starhoppens

Starhoppen heißt, kurz gesagt, bei einem hellen Stern zu starten und dann von dort aus entlang von Sternenmustern zu einem Zielobjekt zu „wandern“. In der Regel nimmt man eine Sternkarte zu Hand und gleicht diese mit dem Anblick im Okular ab.

Die Aufnahme ermöglicht eine Trockenübung hierzu. In einem ersten Fenster auf dem Rechner läuft ein Sternkartenprogramm, z.B. Guide. Ein zweites Fenster zeigt einen Ausschnitt des Fotos. Nun starte ich bspw. an dem sehr hellen Stern der Aufnahme (Alpha Andromedae, roter Kreis im oberen Foto) und vergleiche die Sterne in seiner Umgebung mit denen im ersten Programmfenster. Ziel soll bspw. NGC 1 sein (grüner Kreis). Ich verschiebe Sternkarte und Foto solange, bis ich an diesem Objekt ankomme und es auf dem Foto identifiziere.

2) Vorbereiten der visuellen Beobachtung

Spannend ist die Grenzgröße auf dem Foto: welche Sterne und Galaxien sind noch zu erkennen? Welche Kataloghelligkeiten besitzen diese? Auf dieser Aufnahme sind Sterne von fast 14ter Größe zu sehen – und Galaxien, die wie solche Sterne erscheinen. Das bedeutet oft, dass sie einen kompakten, hellen Kernbereich besitzen. Diese Grenzgröße ist mit meinem 10″-Dobson bei gutem Wetter von meinem Beobachtungsort aus erreichbar. Ist einen Galaxie also auf dem Foto zu sehen, bestehen gute Chancen, sie visuell beobachten zu können. Ist sie hingegen nicht zu erkennen, wird es visuell wahrscheinlich auch sehr schwer bis unmöglich sein, sie am Teleskop sehen zu können.

Fotodaten: 44x15s, f/3,5, f=105mm, ISO 8.000; zzgl. Darks, zzgl. Flats

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