K 3-51 und Abell 68

Ein Langzeitprojekt von mir, an dem ich nun seit Mitte der 1990ziger Jahre beoabchte, sind planetarische Nebel (PN). Etwas mehr als 180 erfolgreiche Sichtungen konnte ich bereits verzeichnen, hinzu kommen sicherlich 50 erfolglose Versuche. Eine genaue Buchführung über Fehlschläge ist zwar hilfreich, jedoch kenne ich meinen inneren Schweinehund 🙂 Für mich ist es sinnvoll, nicht gesehene Planetarische Nebel nicht auf der Sternkarte zu kennzeichnen und ihnen so mehrere Chancen zu geben – denn schließlich ändern sich Bedingungen, Teleskope und körperliche Verfassung.

Hier also mehr zu den Neuzugängen:
Für beide nachfolgend beschriebenen Objekte kam ein 16″ f/5 Dobson zum Einsatz. Beobachtungsort war Königsberg in Mittelhessen, letzte Zirren zogen nach Südwesten ab und gaben den Blick frei auf einen 6.5er Himmel mit passablem Seeing, das phasenweise stabile Bilder bei 400facher Vergrößerung ergab.

K 3-51

RA: 20h 02m 36.8s
Dec: +17d 36m 54s
Weitere Namen: PK 056.8-06.9, PK 56-6.1

Dieser PN im Sternbild Pfeil könnte durchaus mit einem kleineren Teleskop als einem 16″ zu beobachten sein, denn er ist gar nicht so schwer zu sehen – wenn der Beobachter die Falle erst einmal entdeckt und umgangen hat.

Routinemäßig lohnt es bei PN mit solchen Nummern und der Angabe weniger Bogensekunden Größe in den einschlägigen Katalogen, das Suchfeld mit und ohne Linienfilter zu betrachten. Ist das sich in beiden Fällen ergebenende Sternfeld gleich oder „blinkt“ einer der Sterne? Dies funktioniert auch hier, denn der PN erscheint bis 250x durchaus noch als das, was im Rahmen mäßigen Seeings stellar genannt werden kann.

Doch es gilt, das Feld genau zu betrachten! Verwirrung stiftet hier GSC 1621 2210, der ohne Filter so hell wie der PN mit Filter ist – jedoch 25″ südöstlich von diesem steht. Leicht hält der Beobachter beide für ein und dasselbe Objekt. Ist das Rätsel einmal gelöst, ist der PN auch ohne Filter sicher zu sehen.

Bei 400facher Vergrößerung wurde das Objekt flächig, außerdem blinkte ab und an ein Zentralstern auf.

Abell 68

RA: 20h 00m 11.9s
Dec: +21d 43m 05s
Weitere Namen: PK 060.0-04.3 PK 60-4.1

Dieser PN ist definitiv ein Objekt, das viel Teleskopöffnung verträgt, am besten noch mehr. Oder exzellente Bedingungen. Am besten beides gleichzeitig. Dabei steht das Objekt doch in sehr prominenter Nachbarschaft, nämlich sehr genau 1° südlich des bekannten PN M27, dem (großen) Hantelnebel.

Stathis Kafalis notiert mit einem 24″ aus den Alpen: „Zentralstern, relativ leicht zu sehen, strukturlos“ (Quelle).

Solche Ausrüstung habe ich nicht, aber es gibt auch Beobachter mit meiner Ausstattung und die sagen folgendes:

Uwe Glahn: „schwacher, kleiner, diffuser, runder Fleck“ (Quelle)

Daniel Restemeier: „Schwacher Abell; genaue Karte erforderlich; sehr klein; extrem schwach“ (Quelle)

Eigentlich hatte ich keinen Erfolg erwartet. Zunächst fand ich relativ schnell die anderthalb Bogenminuten in Ost-West-Richtung voneinander beabstandeten Sterne TYC 1629 2078 und TYC 1629 1680. Nördlich von ihnen steht ein Pärchen mit 20″ Abstand und wahrscheinlich weniger als 13te Größe. Nördlich des TYC 1629 1680 und so ein rechtwinkliges Dreieck bildend erschien mit [OIII]-Filter und dem 8er Ethos eine kleine und strukturlose Fläche. Die Größe war schwer zu bestimmen, denn das Objekt war doch recht knifflig. Meine Schätzung liegt bei etwa 25″, der Fehlerbalken ist aber ordentlich. Definitiv jedoch ausgedehnt.

Viel Spaß beim Nachbeobachten!

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2 Antworten auf K 3-51 und Abell 68

  1. Klaus Sp. sagt:

    Hallo Frank,
    die Schönwetterkatastrophe hat mich heute auch zu Abbell 68 geführt – ich kann Deine Beobachtung mit meinem 18″ nur bestätigen.
    Klaus

  2. Frank sagt:

    Hallo Klaus,
    ja, eine beachtliche Schönwetterphase – müsste es viel öfter geben! Muss noch ein paar Dinge nachtragen, u.a. weitere Planetarische Nebel. Sehr gut, dass Du den Abell 68 bestätigen kannst. Cool, das wir den endlich dingfest gemacht haben. Ich meine, da hätten wir schon länger dran rumprobiert.
    Tschüss
    Frank

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