Marsbeobachtung mit überschaubaren Mitteln

Mars stand Ende Juli in Opposition zur Sonne und kam der Erde bis auf weniger als 60 Millionen Kilometer nahe. Das ist sehr dicht, selbst für eine Oppositionsstellung. Mittlerweile ist der Abstand schon wieder auf fast 90 Millionen Kilometer angewachsen. Nebenstehendes Bild zeigt Mars am Abend des 29. September 2018.

Zum Einsatz kam meine Imaging Source s/w-Kamera DMK 31AU03 fokal an einem 10/1000mm Spiegeltele-Objektiv, nachgeführt auf der StarAdventurer aus meinem Fundus. Für Planetenfotografie sind das eher einfachste Mittel, aber allzu tief sollte ich nicht stapeln: diese Ausrüstung muss man ja auch erstmal haben. Allerdings gelang es mir nicht, in Okularprojektion den Planeten einzufangen. Ich scheiterte wirklich am Ausrichten des Objektivs.

Eine kleine Besonderheit des Aufbaus ist das Filter „Planet IR Pro 742“ der Firma Astronomik. Dieses Sperrfilter lässt Infrarotlicht durch und blockiert das sichtbare Licht. Das ist sehr sinnvoll, da Mars in dieser Opposition, gerade hier in Norddeutschland, sehr flach über dem Horizont steht. Gestern zum Beobachtungszeitpunkt waren es nur gut 13 Grad. Die Luft ist oft sehr unruhig in dieser Höhe, sie wabert sehr stark. Das war auch gestern der Fall. Hiergegen hilft das Filter IR Pro 742.

Für das Bild wurde ein AVI mit etwa 350 Aufnahmen erstellt, diese mit der Software GIOTTO zu einem Summenbild verarbeitet, und dieses abschließend mit FITSWORK geschärft.

Die Brennweite ist für eine Marsbeobachtung recht kurz, eigentlich zu kurz. Umso erfreuter bin ich, dass am unteren Rand der Planetenscheibe ein heller Fleck zu sehen ist. Dies ist eine Polkappe. Außerdem ist der linke Rand abgeschattet, was daran liegt, dass die Opposition schon einige Zeit vergangen ist und wir schon die „Abenddämmerung auf dem Mars“ und einen Teil der Nachtseite sehen. Oberhalb der Polkappe ist ein dunkler Bereich, die obere Hälfte des Planetenscheibchens ist hell. Dies alles passt sehr gut zu der Darstellung, die mir die Astronomie-Software „Guide“ für den Beobachtungszeitpunkt gibt, vgl. unten stehendes Bild.

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