Astrofotografie mit Flatfieldaufnahmen

Der ein oder andere kann sich noch an die Zeiten erinnern, in denen beispielsweise auf Familienfeiern Abzüge von Schnappschüssen herumgereicht wurden, auf denen das Bild zum Rand hin immer dunkler wurde. Nur ein kreisrunder Fleck in der Mitte war gut belichtet. Grund war die Vignettierung, die gerade bei weit geöffneter Blende deutlich in Erscheinung trat. Genau das ist jedoch die Fotosituation in der Astronomie: um Belichtungszeit zu sparen, wird die Blende möglichst weit geöffnet. Und in digitalen Zeiten der Fotografie gibt es ein gutes Mittel gegen die Vignettierung: Flatfields.

In den heutigen Zeiten ist Vignettierung für mich nur selten ein echtes Problem. Ich nutze meine Astrofotos vorwiegend im Internet. Dafür reichen sehr oft Ausschnitte aus dem Foto, denn selten stelle ich Objekte vor, die das volle Bildfeld ausfüllen.

Manchmal fotografiere ich jedoch mit sehr kurzer Brennweite, beispielsweise hier das Sternbild Fuhrmann mit 32mm:

In der Bildmitte ist der „Ring“ des Fuhrmanns zu erkennen, in seinem Inneren erahnt man bereits die offenen Sternhaufen M36 und M38. Links oben in Richtung Bildecke ist M35 im Sternbild Zwillinge zu erkennen. Durch das Sternbild hindurch zieht sich das Band der Milchstraße. Soweit, so gut. Doch der Ring des Fuhrmann wird von einem dunklen Ring umrahmt: der Vignettierung des Kameraobjektivs. Die Bildmitte ist hell, die Bildecken dunkel.

Ein Flatfield ist nun eine Aufnahme einer gleichmäßig hellen Fläche. Auch in einer solchen Aufnahme ist die Vignettierung zu sehen. Die Bildverarbeitungsprogramme, bspw. Fitswork oder DeepSkyStacker, nutzen nun die Daten des Flatfields, um die Helligkeiten im eigentlichen Foto anzugleichen. Das führt im vorliegenden Fall zu diesem Ergebnis:

Das sieht jetzt schon deutlich besser aus. Doch irgendwie ist die linkere untere Bildecke noch recht aufgehellt. Das wiederum liegt an den Aufnahmebedingungen. Die Aufnahme entstand im März 2015 in den Abendstunden. Bei dieser Bildausrichtung ist die linke untere Bildecke schlicht und ergreifend durch die Helligkeit in meinem Wohnort aufgehellt.

Doch auch diesem Problem kann man begegnen durch Bildebnung im Programm Fitswork. Das Ergebnis finde ich klasse:

Zum Vergleich noch ein Kartenausschnitt der Software Guide:

Im nächsten Artikel zeige ich noch den technischen Aufbau, mit dem ich Flatfieldaufnahmen erstelle.

Dieser Beitrag wurde unter Astrofotos, Technik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.