Astronomische Ziele 2020

Schon wieder ist ein kalendarischer Jahreswechsel vollzogen: wir schreiben nun das Jahr 2020. Wobei ich sicherlich noch einige Male ..19 schreiben werde. Die interne Umstellung geht nicht so schnell wie das Umhängen des Wandkalenders. Mit dem Jahreswechsel ergibt sich auch die Gelegenheit, zu schauen was vor uns liegt und astronomische Ziele auszuwählen.
1) Astronomische Ereignisse und Bedeckungen
Es kommt wieder ein Jahr, das arm an astronomischen Ereignissen ist. Lediglich die folgenden Ereignisse sind mir beim Blick in den Himmelskalender aufgefallen:

Bereits am 10. Januar wandert der Mond zwischen etwa 18h und 22h durch den Halbschatten der Erde. Halbschattenfinsternisse sind recht unspektakulär, andererseits liegt das Ereignis günstig in den Abendstunden.

Am 19. Juni bedeckt eine schmale Mondsichel am Taghimmel (Vormittag) die Venus. Guide berechnet mir den Beginn zu etwa 9:54 MESZ. Um 10:56 ist Venus dann wieder freigegeben. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond etwa 22 Grad von der Sonne entfernt. Ob ich mir für dieses schwierige Ereignis Urlaub nehme?

Einige interessante Sternbedeckungen gibt es in 2020:

Am 06. Februar wird Eta Geminorum um 3:13 MEZ bedeckt. Dieser Stern ist mit 3,3mag ein sicherer Kandidat für freiäugige Beobachtung. An diesem Tag ist der Mond jedoch schon recht stark erleuchtet, wahrscheinlich wird ein Fernglas notwendig sein. Immerhin findet die Bedeckung mit dem dunklen Mondrand voran statt. Die Objekte stehen dann mehr als 20 Grad hoch im Westen.

Am 25. August bedeckt der Mond ab 20:19 MESZ den Stern Beta Scorpii. Die Objekte stehen dann knapp 15 Grad hoch fast im Süden. Der Mond ist halb beleuchtet, der Stern mit 2,3 mag ebenfalls ein prägnanter Stern.

Am 05. Dezember: Der Sternhaufen Messier 44 (die „Krippe“) ist ein leichtes Objekt für das Fernglas und regelmäßig auch mit bloßem Auge sichtbar. Orientierung beim Aufsuchen bieten die beiden zentralen Sterne des Sternbildes Krebs, die in Nord-Süd-Richtung übereinander stehen. Der nördliche von beiden, „Asellus Borealis“. Der Mond bedeckt den 4,6mag hellen Stern mit seiner hellen Seite voran ab etwa 4h04 MEZ. Die Objekte stehen dann knapp 60 Grad hoch im Süden. Nach einer knappen halben Stunde wird der Stern wieder zu sehen sein.

In der zweiten Jahreshälfte stehen einige Planeten in Opposition und sind damit besonders gut zu beobachtbar:

  • 14. Juli: Jupiter
  • 21. Juli: Saturn
  • 11. September: Neptun
  • 14. Oktober: Mars
  • 31. Oktober: Uranus

Am 21. Dezember kommt es dann noch zu einer engen Konjunktion von Jupiter und Saturn. Um 19h25 MEZ stehen die Planeten in 6 Bogenminuten Abstand zueinander, sind dann allerdings schon untergegangen. Ab Sonnenuntergang lohnt es sich zu schauen, denn das Abstand ist kaum größer, die Planeten jedoch tief im Südwesten sichtbar.

2) Technische Ausrüstung

Das Jahr 2020 könnte eines für Mond- und Planetenbeobachtung werden. Im Grunde bin ich dafür gerüstet, jedoch ergeben sich vielleicht noch Verfeinerungen, mal schauen. Der Klassiker in der Jahresvorschau ist es, auf den 16–Zöller zu verweisen. Die Ideen, diesen für visuelle Deep-Sky-Beobachtung zu reaktiveren, werden konkreter. Einiges bleibt zu lösen. Nun, ein Teleskopspiegel wäre eben von Vorteil 🙂

3) Geschichten aus Werdeburg

Im vergangenen Jahr konnte ich zwei Geschichten aus Werdeburg entwerfen und schreiben. Das macht mir sehr viel Spaß, da ich sehr viel lerne und auf ganz neue Art Geschichten lese. Das Konzept für die neunte Geschichte aus Werdeburg ist schon sehr weit gediehen, da freue ich mich schon auf die Umsetzung. Allerdings schleichen sich immer wieder Gedanken und Ideen aus dem Science-Fiction-Genre in meine Schreibsitzungen ein. Vielleicht unterbreche ich Werdeburg, um hieran zu arbeiten.

4) Musik

Im Jahr 2019 habe ich zwei Lieder mit astronomischem Text geschrieben. Es wird nun Zeit, dass ich (Gesang, Gitarre) mit mir (Bass) ins Heimstudio gehe, um mich (Schlagzeug) aufzunehmen. Hoffe, das gelingt mir in 2020 … Weniger Aufwand wäre es, ein ebenfalls in 2019 entstandenes Instrumentalstück für Nylonsaitengitarre aufzunehmen. Und dann braucht es auch einen Namen dafür.

5) Sonne

Im vergangenen Jahr wurden auf diesem Blog erneut acht Sonnenbeobachtungen veröffentlicht. Die Sonne befindet sich immer noch im Minimum der Aktivität. Spannend ist, ob das Minimum in 2020 endet und der nächste Zyklus beginnt – und wie aktiv dieser sein wird. Wenn ich mich an die Beobachtungen aus den frühen 1990er erinnere, dann waren die letzten Maxima sehr flach. Lassen wir uns überraschen!

6) Blog

In den letzten Jahren konnte ich die Quote von einem Beitrag pro Woche halten. Das strebe ich auch für 2020 an. Zwei Faktoren bremsen jedoch das Bespielen des Blogs: die sehr geringe Sonnenaktivität und das Schreiben an den Geschichten aus Werdeburg.

Im Fazit bleibt zu sagen: Großereignisse fallen in 2020 aus. Aber auch ohne sie wird 2020 sicherlich wieder ein spannendes Jahr mit erfüllenden astronomischen Aktivitäten.

In diesem Sinne:

Möge die Nacht mit Dir sein!

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