„Lange Nacht der Museen“ und das BTT

Am vergangenen Wochenende fand das erste „Bergedorfer Teleskoptreffen“ (BTT) statt. Wie der Name erahnen lässt, war die Bergedorfer Sternwarte Veranstaltungsort, welche am Samstagabend im Rahmen der „Langen Nacht der Museen“ für das Publikum geöffnet war. Rechts im Bild eine Stimmung am frühen Samstagabend. Die Wolken hatten sich gerade verzogen, der noch junge Mond und Jupiter standen schon in der Dämmerung gut sichtbar am westlichen Himmel. Rechts unten ist der Tubus eines 30-Zöllers des Hobbyastronomen Rafael Benner und erste Gäste der Langen Nacht zu sehen.

Für die Nacht von Freitag auf Samstag deutete sich am Westhorizont (also von mir aus Blickrichtung Hamburg) ein typisches Starpartywetter an: dunkle, mächtige Wolken. Egal ob Frühjahr, Sommer oder Herbst: die persönliche Erfahrung einiger Dutzend Starpartys ist, dass es durchaus auch mal regnet. Gut, meine Zeitplanung war auf Samstag eingestellt und hier waren die Prognosen auch besser.

Als Hobbyastronom verbinde ich mit der Sternwarte in Bergedorf einiges – beispielsweise die Namen Schmidt („Schmidt-Teleskop“) und Kohoutek („Komet Kohoutek“). Es ist ein geschichtsträchtiger Ort – und so stellte sich sofort ein besonderes Gefühl ein, als ich auf das Gelände fuhr. Die Startparty fand wirklich zwischen den ganzen Sternwartengebäuden statt, wie im Bild nebenan zu sehen ist.

Zunächst schwebten noch Wolken über der Startparty, so dass die vorhandenen Sonnenteleskope nicht eingesetzt werden konnten. Das tat der Stimmung keinen Abbruch und Besserung war im Satellitenbild in Sicht. Zeit kann immer gut genutzt werden, beispielsweise beim Klönen über Teleskope und Beobachtungen. Außerdem ließ ich den Ort auf mich wirken.

Pünktlich mit Beginn der Langen Nacht der Museen um 18h wurden die Wolkenlücken größer und es klarte komplett auf. Der Besucherandrang war recht groß (in ganz Hamburg waren es wohl über 30,000 Besucher) und es waren sehr neugierige, interessierte und geduldige Besucher, die eine Menge Fragen zum Hobby Astronomie stellten. Der Querschnitt an Teleskopen war groß: Spiegelteleskope aller Größen, Refraktoren, Schiefspiegler – alles war vertreten und so konnten die Besucher Mond, Jupiter und nachfolgend Deep-Sky-Objekte durch diese Teleskopvielfalt bestaunen.

Parallel dazu wurden weitere Programmpunkte angeboten, z.B. Führungen durch die Sternwarte, ein Akkordeonorchester in der Kuppel des 60cm-Refraktors – und auch leckeres Essen im Cafe Raum&Zeit.

Stellt sich noch eine Frage: Wie ist der Himmel dort?
M44 war problemlos freiäugig zu finden, mit dem Fernglas 20×70 waren die jahreszeitüblichen Messiers gut zu sehen. In Richtung Westen wurde die Sicht schlecht, da störte Hamburgs Innenstadtbeleuchtung. Norden, Süden und Osten waren etwa so, wie ich es aus dem Garten meiner Eltern recht mittig in Wetzlar kenne. Ergebnis: der Himmel ist visuell also durchaus nutzbar, fotografisch sowieso – und dabei war die Nacht noch nicht überdurchschnittlich.

Fazit: eine sehr gelungene Starparty an einem faszinierenden Ort, die durch ihre Verbindung zur Langen Nacht der Museen sehr gewinnt.

Abschließend möchteich den Veranstaltern danken: dem Förderverein Hamburger Sternwarte, dem Institut Hamburger Sternwarte  sowie der  GvA.

Weitere Info: Bericht im Astrotreff.

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