Leiter 17: die Sichel – ein Asterismus

Im Sternbild Pegasus steht eine etwas eigenwillige und einprägsame Sternformation, die hiermit in den Leiter-Katalog aufgenommen wird. Sie hat aufgrund ihres Aussehens die Bezeichnung „die Sichel“ (the sickle) bekommen. Das Objekt ist insbesondere für Ferngläser und kleinen Teleskopen interessant.

Am 02. Januar war das Ziel meiner fotografischen Beobachtung mit 105mm-Brennweite ein Viertel des Pegasus-Quadrats. Diese Foto war ein Testballon, denn ich wollte sehen, ob ich auf diese Weise mein visuelles Projekt unterstützen könnte. Diese Aufnahme ist als Hintergrund im Titelbild dieses Artikels zu sehen. Mit einem grünen Kreis ist Alpha Andromedae markiert, der die „linkere obere Ecke“ des Pegasusquadrats bildet. Zwei Kanten des Quadrats sind in der Aufnahme als grüne Linien eingezeichnet. Links unten im Bild ist die Position von Leiter 17 durch einen grauen Rahmen hervorgehoben, im eingesetzten Bild ist dieser Ausschnitt vergrößert wiedergegeben. Folgendes Bild zeigt den Ausschnitt in voller Größe:

Bei der Durchsicht der Aufnahme sprang mir dann die Sternformation des „Leiter 17“ ins Auge. Sie steht bei

Rektaszension 00h 06m 03s
Deklination +25d 40m 50s

und hat einen Durchmesser von etwa 12 Bogenminuten mit Sternen von etwa 11ter Größenklasse.

Eine alte Faustregel besagt, dass Formationen, die auf Aufnahmen deutlich hervortreten, dies visuell nicht in automatisch in gleichem Maße tun (und umgekehrt auch).

Visuelle Beobachtung

Folgende visuelle Eindrücke notierte ich:

  • 03.02.2019, Fernglas 20×70: „Im indirekten Sehen ist eine körnige Struktur zu sehen bzw. wahrnehmbar (Himmel: mäßige Durchsicht)“
  • 03.02.2019, 10″ Dobson: „Die Sternengruppe hebt sich im 13er Okular mit etwa 1° Gesichtsfeld gut vom Hintergrund ab.“
  • 11.08.2019, Fernglas 8×42: „Ein Nebelfleckchen im indirekten Sehen“, Fernglas 20×70: „Einzelstrukturen/-Sterne blitzen auf (Himmel: gute Durchsicht).“

Die Beobachtung im August, die ja ein halbes Jahr nach der Erstbeobachtung lag, fand unvorbereitet statt. Mir lag keine Karte mit der Position des Objektes vor, ich wusste nur grob, wo es stand. Mein Eindruck beim Schwenken des Fernglases: das Objekt fällt als „verdächtige Himmelsfläche“ im Indirekten Sehen auf. Ich bemerkte etwas, von dem nicht genau klar war, wie es aussieht: es hätte auch ein Komet oder eine Galaxie oder ein offener Sternhaufen sein können. Erst ab 20x wird klar, dass es eine Sternengruppe ist.

Viel Spaß beim Nachbeobachten!

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