{"id":861,"date":"2013-11-27T19:58:48","date_gmt":"2013-11-27T18:58:48","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=861"},"modified":"2013-11-27T19:58:48","modified_gmt":"2013-11-27T18:58:48","slug":"megakometen-hale-bopp","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=861","title":{"rendered":"Megakometen: Hale-Bopp"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20131127hb.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20131127hb_t.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"262\" \/><\/a>In diesem Jahr haben zwei Kometen Hoffnungen auf beeindruckende Anblicke geweckt: Panstarrs (<a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=702\">hier<\/a>, <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=714\">hier<\/a>) und <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=845\">ISON<\/a>. Bei ersterem sahen wir ein m\u00e4\u00dfiges Schauspiel, beim zweitem gibt es noch Hoffnung. In den letzten 25 Jahren meiner Beobachterkarriere habe ich drei Kometen gesehen, die Megakometen nennen m\u00f6chte. An <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=856\">Hyakutake (C\/1996 B2)<\/a> habe ich bereits in Wort und Bild erinnert, heute ist <strong>Hale Bopp (C\/1995 O1)<\/strong> an der Reihe. <!--more--><\/p>\n<p>Bevor Hyakutake entdeckt wurde und sein Schauspiel am Himmel ablieferte, entdeckten 1995 <em>Alan Hale<\/em> und <em>Thomas Bopp<\/em> beim Beobachten des Objektes M70 den nach ihnen benannten Kometen Hale-Bopp. Recht fr\u00fch nach der Entdeckung wurde klar, dass es sich um einen ziemlich gro\u00dfen Brocken handeln musste, denn zum Zeitpunkt der Entdeckung befand er sich zwischen den Umlaufbahnen von Jupiter und Saturn. Das ist sehr weit drau\u00dfen und normalerweise sind Kometen in einer solchen Entfernung zur Sonne lichtschwach. Hale-Bopp wurde jedoch visuell entdeckt, war also \u00fcberdurchschnittlich hell. Das weckte Hoffnungen!<\/p>\n<p>Bereits im Sommer 1995 wurde er entdeckt, doch erst im Fr\u00fchjahr 1997 stand er spektakul\u00e4r am Himmel, woran das abfotografierte DIA erinnern m\u00f6chte. In den beinahe zwei Jahren passierte nat\u00fcrlich einiges. Im Grunde k\u00f6nnte ich ein kleines Buch \u00fcber den Kometen schreiben, weshalb ich hier nur einige Punkte herausgreifen m\u00f6chte:<\/p>\n<p><strong>Erste frei\u00e4ugige Beobachtung 1996 in der Schweiz<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend meines Schweiz-Urlaubes 1996 gelang es mir am 9.8., ihn mit blo\u00dfem Auge unter Alpenhimmel zu beobachten. Wenige Minuten vor der Beobachtung hatte es noch heftig gewittert, wodurch die Luft sehr gut gereinigt wurde. Zwar war es eine Sichtung am Limit, doch wurde sie unabh\u00e4ngig von zwei schweizerischen und einem slowenischen Amateurastronomen best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><strong>Die bange Wartezeit!<\/strong><\/p>\n<p>Doch dann kam der Einbruch: Hale-Bopp begann zu stagnieren. Die Helligkeit nahm nicht mehr im zu erwartenden Ma\u00dfe zu. Der Komet blieb hart an der Grenze der Sichtbarkeit f\u00fcr das blo\u00dfe Auge. F\u00fcr uns lichtverschmutzungsgesch\u00e4digten Mittelhessen blieb er leider unter dieser Grenze. Zudem stand er tief im Schlangentr\u00e4ger, so dass er im Herbst zun\u00e4chst immer schlechter zu sehen war. Zwar stieg er langsam in der Deklination an, doch vollzog sich diese Wanderung zu einem Zeitpunkt, an dem die Sonne nahezu auf derselben Rektaszension stand &#8211; also wieder eine spannende Zeit des Wartens mit der Frage: wie wird er aussehen?<\/p>\n<p><strong>Ein Astromonat mit wenig Schlaf und Schmidtkamera im Einsatz<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20131127hbs.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20131127hbs_t.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"162\" \/><\/a>Die Frage wurde im Fr\u00fchjahr extrem positiv beantwortet: Hale-Bopp sah in M\u00e4rz und April 1997 spektakul\u00e4r aus. Daher spielte sich in Cleeberg ein denkw\u00fcrdiges Ereignis ab: die Schmidtkamera der Astro-AG Heuchelheim kam zum Einsatz. Welch ein fantastisches Instrument diese Kamera ist, zeigt sich an den Ergebnissen, siehe Bild. Auf den Schwarzweiss-Negativen sind mehr Feinheiten des Kometen zu sehen als auf irgendeiner anderen der von den Vereinsmitgliedern gemachten Aufnahmen. In diesem Jahr hatte ich \u00fcbrigens Gelegenheit, die <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=725\">Wirkungsst\u00e4tte<\/a> des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernhard_Schmidt_%28Optiker%29\">Erfinders<\/a> der Schmidtkamera zu besuchen.<br \/>\nIn den Wochen um und nach Ostern, die ungew\u00f6hnlich viele klare N\u00e4chte mit sich brachten, waren die Aktiven der Astro-AG entsprechend \u00fcbergl\u00fccklich &#8211; aber auch m\u00fcde, denn in fast jeder Nacht fehlten einige Stunden Schlaf. Doch solch ein Komet kommt nicht alle Tage!<\/p>\n<p><strong>Anekdote zum Titelbild des Artikels<\/strong><\/p>\n<p>Nicht immer lief alles glatt.<br \/>\nAuch auf Hobbyastronomen wirft Murphy ein wachsames Auge und schlug am 6. April zu. Wie es mittlerweile Routine war, trafen Stefan und ich uns in Cleeberg. Einige Wolken versperrten zwar die Sicht, doch das machte uns zun\u00e4chst keine Sorgen, waren sie doch eher d\u00fcnn.<br \/>\nAlso warteten wir.<br \/>\nDoch auch eineinhalb Stunden Warten half nichts &#8211; es wurde \u00fcberall wolkenlos. Nur nicht in Richtung Hale-Bopp.<br \/>\nNun gut, wir beugten uns eben der Natur und fuhren heim. Wie ich allerdings schon einmal dichtete \u201e&#8230;kaum daheim und bei den Deinen, siehste drau\u00dfen Sterne scheinen\u201c. In der Tat war es perfekt klar als ich in Wetzlar ankam.<br \/>\nSo fuhr ich auf den ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz Magdalenenhausen, der f\u00fcr die Stadtn\u00e4he ausgezeichnete Bedingungen bietet.<br \/>\nDer kr\u00e4ftig aus Hale-Bopp\u2019s Richtung blasende Wind (damit gab es auch keine M\u00f6glichkeit, sich hinter einem Auto im Windschatten zu verkriechen) und die schwache Montierung meines 11,4cm Newtons beschr\u00e4nkten nat\u00fcrlich die zu verwendende Brennweite &#8211; 135mm waren absolut unm\u00f6glich an diesem Abend.<br \/>\nTrotzdem war ich zufrieden, hatte ich doch Murphy ein Schnippchen geschlagen.<br \/>\nOder etwa doch nicht?<br \/>\nJust in dem Moment, da ich meine erste Aufnahme machte, entschied sich meine Armbanduhr, den Dienst angesichts der K\u00e4lte zu quittieren. Was nun? Wie sollte ich denn nun die Belichtungszeit steuern?<br \/>\nRettung war hier das Autoradio. Damals verwendete ich noch selbst bespielte Kassetten und hatte daher auch die L\u00e4ngen der Lieder auf dem Band ziemlich gut im Kopf. Im speziellen Fall waren es die Dire Straits und so konnte ich Zeiten zwischen 3:30 (\u201eSetting me up\u201c) und 14 Minuten (\u201eTelegraph Road\u201c) realisieren&#8230;.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20131127zod.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20131127zod_t.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"263\" \/><\/a>Es w\u00e4re noch viel zu berichten, beispielsweise \u00fcber das Aussehen des Kometen selbst. Der Kopf zeigte Schalen, die aussahen wie mit dem Rasensprenger erzeugt. Oder dass wir oft wunderbar das Zodiakallicht sehen konnten (und prompt wurde mein allerstes Bild des Zodiakallichts unscharf \u2013 wie man sieht). Oder dass wir im Irish Pub in Gie\u00dfen eines unserer <a href=\"http:\/\/www.aag-heuchelheim.de\/verein\/aktiv\/1997.html\">Bilder versteigerten<\/a> \u2026<\/p>\n<p><strong>Hale-Bopp<\/strong> war einfach ein Megakomet!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Jahr haben zwei Kometen Hoffnungen auf beeindruckende Anblicke geweckt: Panstarrs (hier, hier) und ISON. Bei ersterem sahen wir ein m\u00e4\u00dfiges Schauspiel, beim zweitem gibt es noch Hoffnung. 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