{"id":816,"date":"2013-09-15T13:55:56","date_gmt":"2013-09-15T12:55:56","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=816"},"modified":"2013-09-15T13:55:56","modified_gmt":"2013-09-15T12:55:56","slug":"teleskop-3-0","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=816","title":{"rendered":"Teleskop 3.0"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20130915scope.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20130915scope_t.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"265\" \/><\/a>Ein Informant (gar ein \u201eWhistleblower\u201c?) hat mir ein Dokument zugespielt, aus dem die Pl\u00e4ne eines namenhaften und umsatzstarken Teleskopherstellers im Hinblick auf zuk\u00fcnftige Teleskoptechnik hervorgehen. Da dieses Teleskop sehr weit fortgeschritten ist, nenne ich es das Teleskop 3.0. Nat\u00fcrlich will ich den Lesern die neuesten Erkenntnisse nicht vorenthalten! <!--more--><\/p>\n<p>Bei den ersten Merkmalen des neuen Teleskops dachte ich mir noch, dass doch im Grunde alles bekannt sei. Das Teleskop hat einen <strong>GPS-Empf\u00e4nger<\/strong> und an seiner Montierung ein <strong>Nivelliersystem<\/strong>, das eine automatische waagrechte Ausrichtung durchf\u00fchrt. Also eine ganz normale <strong>\u201eGo-To\u201c-Ausstattung<\/strong>. Die automatisch angesteuerte <strong>Taukappenheizung<\/strong> ist ja auch eher greifbar, also keine bahnbrechende Innovation. Und eine Teleskopsteuerung mit einem Datenbestand von Hunderttausenden Deep-Sky-Objekten ist nett, aber kein Bringer.<\/p>\n<p>Doch dann wurde es sehr interessant!<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst fiel mir ein <strong>Sky-Quality-Meter (SQM)<\/strong> auf, das mit der Teleskopsteuerung verbunden ist und die ermittelten Daten gleich in einem Logbuch eintr\u00e4gt. Durchaus praktisch, kann man sagen.<\/p>\n<p>Dank der <strong>mobilen Internetverbindung<\/strong>, sogar ohne Smartphone des Benutzers, k\u00f6nnen diese Daten gleich an einen Blog, ein Forum oder ein Profil in einem sozialen Netzwerk gesendet werden.<\/p>\n<p>Die Internetverbindung hat auch den Vorteil, dass die <strong>aktuellen Wetterdaten<\/strong> heruntergeladen werden k\u00f6nnen. Nicht nur die Wettervorhersage, sondern auch Daten zu Luftfeuchtigkeit und Bew\u00f6lkung werden aus dem Web geladen. Nun kann man denken: \u201eguck\u2018 doch an den Himmel, da siehst Du doch Wolken\u201c. Aber weit gefehlt!<\/p>\n<p>Die ermittelten Sichtbedingungen werden genutzt, um aus der Objektdatenbank die <strong>Beschreibungen<\/strong> zu laden und an die <strong>aktuellen Bedingungen anzupassen<\/strong>. Zirren oder \u00e4hnliches lassen Galaxien schwach erscheinen oder nehmen Details in Nebeln weg \u2013 und dementsprechend wird dann die Objektbeschreibung eben angepasst. Diese ist \u00fcbrigens nicht nur auf einem Display sichtbar sondern kann \u00fcber Lautsprecher\/Kopfh\u00f6rer ausgegeben werden.\u00a0 Schlie\u00dft der Beobachter ein Mikrofon an, kann er die Beschreibung erg\u00e4nzen und an das aktuell Gesehene anpassen. Die Beschreibung kann dann nat\u00fcrlich auch an das Logbuch und an die erw\u00e4hnten Internetadressen geschickt werden.<\/p>\n<p>Ein weiteres interessantes Merkmal ist das Okular. Ich schreibe \u201edas\u201c Okular, weil der (l\u00e4stige, manchmal fehlgehende) Okularwechsel dank eines <strong>eingebauten Zoomokulars<\/strong> entf\u00e4llt. Die Verstellung der Brennweite erfolgt <strong>motorisch<\/strong> und so wird die Brennweite nach den mittels der Sichtbedingungen angepassten Datenbankinformationen gleich optimal eingestellt.<\/p>\n<p>Der <strong>Beobachter<\/strong> steht mehr <strong>im Mittelpunkt der Technik<\/strong> als es bisher anklingt. Da das Teleskop ja selbst wei\u00df, was der Beobachter sehen m\u00fcsste, fragt es dies auch ab. An den Antworten des Beobachters wiederum wird die <strong>Beobachtungsleistung kalibriert<\/strong>. Es hat einen Einfluss auf die einstellbaren Objekte, da das Teleskop solche Objekte gar nicht erst einstellt, die der Beobachter an diesem Tage wohl nicht wahrnehmen wird (<em>Anm.: das kann zu kurzen Beobachtungsabenden f\u00fchren \u2026<\/em>). Verfeinert wird die Kalibrierung der Beobachterleistung mit einem schnellrotierenden Spiegel, der Licht wechselweise ins Okular oder auf einen <strong>CCD-Chip<\/strong> lenkt. Somit sieht das Teleskop also auch das, was der Beobachter sieht und kalibriert dar\u00fcber zus\u00e4tzlich seine Daten \u00fcber das Sehverm\u00f6gen des Beobachters. Entsprechend werden die Datenbankbeschreibungen angepasst (<em>Anm.: wohl in der Regel reduziert<\/em>), die Brennweite eingestellt, usw.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Clou ist die M\u00f6glichkeit, <strong>Zeichnungsproben<\/strong> in der Teleskopsteuerung zu hinterlegen. Anhand dieser Proben und der kalibrierten Beobachtungsbeschreibungen sowie der Aufnahmen mit dem CCD-Chip erstellt die Steuerung gleich Zeichnungen, die ebenfalls an die Internetadressen geschickt werden k\u00f6nnen. Oder eben ans Logbuch und auch ausgedruckt f\u00fcr die heimische Sammlung.<\/p>\n<p>Besonders pfiffig ist die M\u00f6glichkeit, die Teleskopsteuerung <strong>auf den Terminkalender<\/strong> im Computer am Arbeitsplatz <strong>zugreifen<\/strong> zu lassen und je nach Verlauf des Abends die Terminplanung des n\u00e4chsten Tages anzupassen. Beispielsweise lassen sich Termine problemlos verschieben oder ganz absagen. Selbst Emails zur Beantragung von Gleitzeit- oder Urlaubstagen k\u00f6nnen automatisch geniert werden.<\/p>\n<p>Aber das geht noch weiter!<\/p>\n<p>Die Teleskopsteuerung ist mit einer <strong>Puls- und K\u00f6rpertemperaturmessung<\/strong> sowie einer <strong>Pupillenreaktionsbestimmung<\/strong> ausgestattet. Diese dienen in einem ersten Schritt dazu, Beobachtungspausen zu planen, so dass der Beobachter nicht v\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet ins Okular guckt und am Ende nicht das sieht, was er sehen soll (<em>oder: gef\u00e4lligst zu sehen hat?<\/em>). Im n\u00e4chsten Schritt, wenn bei der Temperatur, Puls und Pupillenreaktion Abweichungen auftreten, erfolgt sogar eine Verbindung zur Hausarztpraxis, um eine Krankschreibung auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Interessant ist auch das <strong>Punktesystem<\/strong>, mit dem die <strong>Leistung des Beobachters bewertet<\/strong> wird. Steigern sich die Leistungen, wird das n\u00e4chstgr\u00f6\u00dfere Teleskop dieser Baureihe bereits bestellt.<\/p>\n<p>Die Bestellung erfolgt \u00fcbrigens auch dann, wenn die Leistungen zu sehr nachlassen.<\/p>\n<p>Tja.<\/p>\n<p>Auf solch ein Teleskop haben wir doch alle wirklich gewartet, oder?<\/p>\n<p>Nachdenkliche Gr\u00fc\u00dfe,<br \/>\nFrank<\/p>\n<p><strong>PS<\/strong>: vielen Dank an die Runde der <a href=\"http:\/\/www.aag-heuchelheim.de\">Astro-AG Heuchelheim<\/a>, zu deren inspirierendem Abend ich k\u00fcrzlich wieder per Videokonferenz zugeschaltet war.<\/p>\n<p><strong>PPS<\/strong>: Wo ich beim Smartphone war \u2026 Bilde mal einen Satz mit \u201eSmartphone\u201c! \u201eNeulich fuhr ich an eine Kreuzung, da kam ein Smartphone rechts und hatte Vorfahrt\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Informant (gar ein \u201eWhistleblower\u201c?) hat mir ein Dokument zugespielt, aus dem die Pl\u00e4ne eines namenhaften und umsatzstarken Teleskopherstellers im Hinblick auf zuk\u00fcnftige Teleskoptechnik hervorgehen. 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