{"id":754,"date":"2013-06-02T15:12:14","date_gmt":"2013-06-02T14:12:14","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=754"},"modified":"2013-06-02T15:12:14","modified_gmt":"2013-06-02T14:12:14","slug":"eric-clapton-01-juni-2013-o2-world-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=754","title":{"rendered":"Eric Clapton, 01. Juni 2013, O2-World Hamburg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20130601ec.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2013\/20130601ec_t.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"244\" \/><\/a>Da betitelt ein Sp\u00e4tsechziger sein aktuelles Album \u201eOld Sock\u201c und geht auf Tournee. Dies erh\u00f6ht nun schon die Spannung, da K\u00fcnstler zuweilen im Alter etwas ruhiger werden. Das sei ihnen ja auch geg\u00f6nnt, doch w\u00fcrde es hier auch der Fall sein? Jedenfalls hatten meine Frau und ich uns bereits im Oktober 2012 die Karten f\u00fcr das Konzert vom 01. Juni 2013 in der O2-World Hamburg gekauft. Die Gelegenheit, eine solche Legende live zu erleben und das an einem sicher planbaren Wochenendtermin, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Hier ein kleiner Bericht.<!--more--><\/p>\n<p>Die 02-World fasst in Konzertbestuhlung wohl etwa 12.000 Zuschauer. Neben Konzerten wird die Halle vorwiegend f\u00fcr Handballspiele genutzt. Das ist dem Geb\u00e4ude deutlich anzumerken und so betrat ich es und dachte: bin ich in der Arena in Wetzlar oder was? Auf den zweiten Blick wurde klar, dass die unteren R\u00e4nge etwa 10 Reihen mehr umfassen \u2013 und es \u00fcber einer Reihe Logen noch weitere gro\u00dfe R\u00e4nge gibt. Es ist also doch das etwa dreifache Fassungsverm\u00f6gen. Abgesehen von den ziemlich ausgeleiert vor sich hin knarzenden Trib\u00fcnen ist es eine sch\u00f6ne Halle f\u00fcr solch ein Konzert.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 20h begann dieses dann auch \u2026 mit der Vorband \u201eAndy Fairweather Low &amp; the lowriders\u201c. Die Band spielte auf sehr hohem Niveau und schien mit Spa\u00df bei der Sache zu sein. Sie erreichten auch weite Teile des Publikums. Bekanntester Hit von Fairweather Low d\u00fcrfte \u201e(If Paradise Is) Half As Nice\u201c sein, der dementsprechend gestern nicht fehlte. Ich fand bemerkenswert, mal wieder ein sch\u00f6nes Saxophon auf der B\u00fchne zu h\u00f6ren \u2026 und staunte nicht schlecht als ein ganz alter Instrumentalschinken meine Ohrmuscheln erreichte. Wenn ich mich nicht t\u00e4usche, war es Apache.<\/p>\n<p>Um 21h ging es dann nach z\u00fcgiger Umbaupause, in der ein ganzer Schwarm Roadies auf der B\u00fchne werkelte, mit der Hauptband los. In weiten Teilen ist die Band bereits seit Jahren eingespielt: Chris Stainton dr\u00fcckt die Tasten, Doyle Bramhall II greift in seiner eigenen Art in die Saiten und Willie Weeks legt das Bassfundament. Sharon White und Michelle John bilden den weiblichen Gesangsteil. Erg\u00e4nzt wurde die Band noch durch den Multiinstrumentalisten Greg Leisz an Mandoline und Slide-Gitarre sowie Paul Carrack (Mike &amp; the mechanics) an der Hammond. Am Schlagzeug arbeitet zuverl\u00e4ssig und ausgebufft Steve Jordan.<\/p>\n<p>Clapton bewegt sich sehr l\u00e4ssig, fast gelangweilt auf der B\u00fchne. Aber er hat ja nun auch Stimme und Gitarre, um das Publikum umzuhauen, da muss er nicht den Hampelmann geben. Sp\u00e4testens im dritten Lied \u201eTell the truth\u201c (Derek and the dominos) wurde auch der Letzte im Publikum mitgerissen.<\/p>\n<p>Ob Blues von Robert Johnson (\u201eLove in Vain\u201c) oder Rock-Musik wie \u201eBadge\u201c (Cream): Mr. Slowhand Clapton f\u00fchrte uns durch einen kurzweiligen und musikalisch abwechslungsreichen Abend. Nat\u00fcrlich durften Ankl\u00e4nge zum \u201eUnplugged\u201c nicht fehlen, immerhin hat Clapton diesen Konzertteil, der heute bei sehr vielen K\u00fcnstlern anzutreffen ist, salonf\u00e4hig gemacht. Und so durfte auch ein \u201eNobody Knows You When You&#8217;re Down and Out\u201c nicht fehlen. F\u00fcr mich war es insofern etwas Besonderes als ich den Song zum ersten Mal live Anfang der 2000er in einem Irish Pub auf der Hamburger Reeperbahn geh\u00f6rt hatte, gespielt von Dara McNamara. Irgendwie passend, ihn nun vom Meister selbst zu h\u00f6ren und wiederum in Hamburg.<\/p>\n<p>Ja, \u201eLayla\u201c spielte er auch. Mir pers\u00f6nlich gefiel die gestrige Version ausnehmend gut \u2013 sie ist irgendwo zwischen unplugged und Rock angesiedelt und verpasste dem Klassiker so ein neues Gewand. Am ehesten erinnerte mich die Version noch an eine Duettfassung, die Clapton an der Akustikgitarre mal zusammen mit Mark Knopfler an der E-Gitarre zum besten gegeben hatte.<\/p>\n<p>Das Konzert hatte einige H\u00f6hepunkte, beispielsweise \u201eCocaine\u201c und \u201eCrossroads\u201c. Ein weiterer war die erste von zwei Zugaben: \u201eSunshine of your love\u201c. Sp\u00e4testens hier hielt es keinen der Zuschauer mehr auf den Sitzen! Mit der Nummer \u201eHigh time we went\u201c, die ich eher mit Joe Cocker verbinde, endete der Abend dann nach kurz nach 23h. F\u00fcr mich war die Zeit im Nu verflogen, das Konzert war \u00e4u\u00dferst kurzweilig und als Freizeitgitarrist hing ich nat\u00fcrlich auch den Noten, die Clapton spielte. Doch auch die anderen Musiker seien hier noch mal lobend erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Arenen dieser Gr\u00f6\u00dfe sind klangtechnisch eher dem Bereich \u201eKatakombe\u201c oder \u201eTiefgarage\u201c zuzuordnen, doch hier leistete das Team sehr gute Arbeit. Knopfler hat zwar einen nochmals deutlich besseren Klang, trotzdem war es ein sehr hohes Niveau. Ebenfalls sehr gelungenen war die Beleuchtungsanlage, wie auf dem von Nina aufgenommenen Handy-Bild ganz gut zu sehen ist. Sehr geschmackvoll und die Musik unterst\u00fctzend \u2013 so soll das sein.<\/p>\n<p>Ebenfalls praktisch waren die beiden Leinw\u00e4nde, auf denen die Musiker noch in verschiedenen Kameraperspektiven zu sehen waren. Leider schaltete der Bildregisseur nicht immer auf die richtige Kamera, weil er offensichtlich nicht den richtigen Musiker als Solisten identifizierte. Es sei ihm verziehen.<\/p>\n<p>Das war nun der zweite Ausnahmegitarrist, den ich in diesem Jahr bewundern durfte. Der andere, <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=706\">Joe Bonamassa<\/a>, muss sich im Vergleich nicht hinter Eric Clapton verstecken. Das beruhigt insofern, da Clapton angedeutet hat, in B\u00e4lde live k\u00fcrzer zu treten. Es ist gut zu wissen, dass es fulminanten Nachwuchs gibt.<\/p>\n<p>Einige Anmerkungen zum Publikum:<\/p>\n<ul>\n<li>ich hatte mit meinen 40 Jahren den Eindruck, den Altersschnitt zu dr\u00fccken, was auch an den Konzertpreisen gelegen haben kann,<\/li>\n<li>da waren doch viele ziemlich durstig, wodurch ein dauerhaftes Gewusel entstand,<\/li>\n<li>der Anteil von Zuschauern, die wegen der Musik kommen, sinkt bei dieser Konzertgr\u00f6\u00dfe schon sehr stark ab.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein sehr gelungener Abend mit einer sehr druckvollen und gut aufgelegten Band, angef\u00fchrt von einem gro\u00dfartigen Musiker. Und um im Bild zu bleiben: diese Alte Socke qualmt noch m\u00e4chtig \ud83d\ude42<\/p>\n<p><strong>PS<\/strong>: im Merchandise-Bereich sind uns \u00fcbrigens keine Alten Socken aufgefallen \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da betitelt ein Sp\u00e4tsechziger sein aktuelles Album \u201eOld Sock\u201c und geht auf Tournee. Dies erh\u00f6ht nun schon die Spannung, da K\u00fcnstler zuweilen im Alter etwas ruhiger werden. 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