{"id":583,"date":"2012-09-21T19:21:02","date_gmt":"2012-09-21T18:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=583"},"modified":"2012-09-21T19:21:51","modified_gmt":"2012-09-21T18:21:51","slug":"vom-schottenrock-und-den-soldnern-des-meeres","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=583","title":{"rendered":"Vom Schottenrock und den S\u00f6ldnern des Meeres"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2012\/20120921privateering.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2012\/20120921privateering_t.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"207\" \/><\/a>Dem englischsprachigen Wikipedia zufolge gab es Schiffsbesitzer, die im Namen eines Staates ihr Schiff im Krieg gegen die Schiffe einer fremden Macht einsetzten. Der englischsprachige Begriff f\u00fcr diese T\u00e4tigkeit ist <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Privateering\">\u201ePrivateering\u201c<\/a>. Kundige Leser ahnen, worum es im Folgenden geht. Das nebenstehende Bild stimmt zus\u00e4tzlich ein und entstand \u00fcbrigens am 12. August 12 an der Ostsee.<!--more--><\/p>\n<p>Privateering hei\u00dft das neue Doppelalbum von Mark Knopfler. Der Name ist noch immer weit weniger bekannt als die seiner ehemaligen Band: Dire Straits. In Interviews \u00e4u\u00dfert er des \u00d6fteren, dass ihm das sehr wohl recht ist. So bleibt ihm beispielsweise mehr Zeit, zusammen mit Bob Dylan auf Tour zu gehen.<\/p>\n<p>Auch mit <strong>Privateering<\/strong> spaltet er die Meinungen \u2013 die\u00a0 Kundenrezensionen einschl\u00e4giger Versandhandelsfirmen bezeugen dies. Schauen und h\u00f6ren wir also mal rein. Vorweg ist zu sagen, dass ich seit Jahrzehnten sein Werk verfolge, sowohl mit Dire Straits als auch solo.<\/p>\n<p>Das Doppelalbum setzt aus meiner Sicht den Trend der Alben <strong>Get Lucky<\/strong> und <strong>All the road Running<\/strong> fort. Der Er\u00f6ffnungssong \u201eRedbud Tree\u201c ist ziemlich gut, leider der klangliche Tiefpunkt des Doppelalbums. Mir dr\u00f6hnt das zu sehr in den Mitten, aber das kann auch Absicht sein. Wer Originalaufnahmeger\u00e4te der Beatles in seinem Studio rumstehen hat, klingt eben manchmal nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df \ud83d\ude42 In der Summe gibt es aber am Klang nicht viel zu kritisieren und auf jeden Fall geh\u00f6rt die Platte in diesem Musikbereich f\u00fcr heutige Produktionen zu den besseren.<\/p>\n<p>Der Leser stelle sich vor, er k\u00f6nne eine richtig gute Band in sein Wohnzimmer einladen und die w\u00fcrde dort mit viel Spa\u00df Musik machen, ohne sich auf ein Genre zu sehr festzulegen und ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen. Da w\u00fcrden keltische Einfl\u00fcsse mit sehr guten Melodien atmosph\u00e4rische Songs schaffen (z.B. \u201eHaul Away\u201c), wobei der Stil dann nicht zu streng eingehalten wird (\u201ePrivateering\u201c). Dann wieder kommt ein flotter Blues um die Ecke (\u201eGot to have something\u201c), an anderer Stelle ist der Blues getragener (\u201eDon\u2019t for get your hat\u201c).<\/p>\n<p>Wo sind Anleihen bei den Dire Straits verarbeitet? Nat\u00fcrlich in den Gitarrensoli und in manchem Gitarrensound (der wah-wah-sound von \u201eMoney for nothing\u201c ist im Hintergrund von \u201eCorned beef city\u201c zu h\u00f6ren). Einem Song wie \u201ePrivateering\u201c ist der gleiche Urheber wie bei \u201eThe man\u2019s too strong\u201c anzuh\u00f6ren. Manche Songs sind atmosph\u00e4risch extrem dicht (\u201eYon two crows\u201c), wie in alten Zeiten.<\/p>\n<p>Wobei, Anleihen. Das ist ja zu erwarten, wenn deren Chef Musik macht. Es ist anders herum zu sehen. Diese Band hat einige Rekorde gebrochen (sich am schnellsten verkaufendes Album und was wei\u00df ich nicht alles) und das Medium CD im Alleingang angeschoben (es ging ja der Witz, zu jedem CD-Player w\u00fcrde die BIA gleich mitgeliefert \u2013 und mir selbst wurde im Laden ein CD-Player noch mit jener CD vorgef\u00fchrt! Irgendwo habe ich auch noch den Philips CD 150). Mit Love Over Gold hatte sie ein Album geschaffen, das in Progrock-Magazinen als Meilenstein der Musikgeschichte gilt.<\/p>\n<p>Die dem Boxset beiliegende DVD vermittelt den Eindruck: Knopfler ist trotz der gigantischen Erfolge auf dem Boden geblieben und in erster Linie Musikliebhaber.<\/p>\n<p>Daher l\u00e4dt er uns in sein Wohnzimmer ein (so rum trifft es n\u00e4mlich besser) und erkl\u00e4rt die Wurzeln der Lieder der Dire Straits. Das finde ich gut, gehe ich doch als Naturwissenschaftler gerne den Dingen auf den Grund.<\/p>\n<p>Es gibt eine limitierte Box. Sie enth\u00e4lt Schallplatten (wer es denn haben muss \u2026 die CD ist das beinahe perfekte Medium und heute scheitert fast alles am Mix und der Kompression, mit der es auch noch auf einem Handylautsprecher klingen soll \u2026 werft das nicht immer der CD vor!), eine sehenswerte DVD mit einem \u00dcberblick \u00fcber Knopflers Karriere, dargestellt in einem Interview. Ich mag ja, wenn er lacht \u2013 wie kann man nach solch einer \u00dcberkarriere nur so normal wirken? Dazu bietet die Box noch eine CD mit drei weiteren Songs, die allesamt gut sind. Das muss erstmal einer nachspielen, geschweige den komponieren.<\/p>\n<p>Insgesamt f\u00e4llt auf, dass viele Songs der Doppel-CD relativ flott sind. Spielt es mal selbst auf Gitarre, von wegen langsam und einschl\u00e4fernd. Das Tempo wechselt gut ab, so dass insgesamt ein wohltuender Spannungsbogen auf jeder CD entsteht. Was Knopfler auf der Gitarre von sich gibt ist extrem gut und an vielen Ecken sehr einfallsreich. Da werde ich noch Lehrstunden nehmen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Der Gesang pr\u00e4gt sich ebenfalls ein. Der Mann klingt nicht nach 63 und wer den Gesang bei Dire Straits kennt, staunt. Der Gesang ist richtig gut, so zu h\u00f6ren bei &#8220;Go, love&#8221; !<\/p>\n<p>Klar, die rockige Stratocaster von Liedern wie &#8220;Telegraph Road&#8221;, &#8220;Sultans of Swing&#8221; und &#8220;Tunnel of Love&#8221; sucht man vergebens. Knopfler verzichtet ganz bewusst darauf \u2013 er wei\u00df, dass er dann wieder in Fu\u00dfballstadien spielen muss. Und er will halt Musik machen und nicht einem Tourpersonal in der Gr\u00f6\u00dfe eines mittelst\u00e4ndischen Unternehmens 2 Jahre lang im Stadion sitzen. Andererseits sagt Martin Barre vollkommen zu recht (sinngem\u00e4\u00df \u00fcbersetzt): Knopfler spielt auf eine derart eigene Weise Gitarre, dass man h\u00f6chstens zu einer Minikopie werden kann (siehe <a href=\"http:\/\/acousticmagazine.com\/news\/interviews\/103-martin-barre\">hier<\/a>). Solche Worte aus derart berufenem Mund sagen vieles \u2013 und ein solches Talent m\u00f6chte man einfach viel \u00f6fter genie\u00dfen!<\/p>\n<p>Insgesamt bin ich froh, diese 2 CDs zu haben und empfehle sie gerne weiter.<\/p>\n<p><strong>Anspieltipps:<\/strong><br \/>\nPrivateering<br \/>\nYon two crows<br \/>\nGo, love<br \/>\nBlue Bird<br \/>\nBlood and Water<\/p>\n<p><strong>Notausg\u00e4nge:<\/strong><br \/>\nWer rockigen Blues eines jungen Musikers sucht: <a href=\"http:\/\/www.jbonamassa.com\/\">Joe Bonamassa<\/a>,<br \/>\nWer rockigen Blues eines junggebliebenen Musikers sucht: <a href=\"http:\/\/www.waltertrout.com\/\">Walter Trout<\/a>,<br \/>\nWer rockigen Gitarrensound einer Legende sucht: beispielsweise <a href=\"http:\/\/www.martinbarre.com\/\">Martin Barre<\/a><br \/>\nWer Dire Straits sucht: sendet Fundstellen bitte an den Autor des Artikels.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem englischsprachigen Wikipedia zufolge gab es Schiffsbesitzer, die im Namen eines Staates ihr Schiff im Krieg gegen die Schiffe einer fremden Macht einsetzten. 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