{"id":364,"date":"2012-01-04T11:39:25","date_gmt":"2012-01-04T10:39:25","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=364"},"modified":"2012-01-06T11:38:04","modified_gmt":"2012-01-06T10:38:04","slug":"%e2%80%9emein-gott-walter%e2%80%9c-mondbeobachtung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=364","title":{"rendered":"\u201eMein Gott Walter\u201c (Mondbeobachtung)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2012\/20120102mond1_c.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2012\/20120102mond1_t.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" \/><\/a>\u201eNachts gebietsweise Aufklaren\u201c lasen meine \u00fcberraschten Augen am 02. Januar 2012. Nee, ich schreib\u2019s jetzt mal 2.1.12 \u2013 das liest sich sch\u00f6ner. Jedenfalls ging ich im Geiste schon die Liste offener Planetarischer Nebel durch als mir klar [sic] wurde: die gro\u00dfe \u00d6kolampe steht doch schon wieder Himmel! Also PNs beiseite und ran an den Mond. Zweckm\u00e4\u00dfig erschien mir, den TV85 zu nehmen, da er schneller betriebsbereit ist als das C8. Gesagt, getan, neben stehend eines der Bilder, Erkl\u00e4rungen folgen unten (<a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2012\/20120102mond1.jpg\">unbeschriftetes Bild<\/a>).<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDer Anblick mit blo\u00dfem Auge war sehr sch\u00f6n, denn etwa 5 Grad s\u00fcd\u00f6stlich des Mondes stand Jupiter. Zusammen mit den schnell ziehenden Wolkenfetzen ein romantischer Anblick, zumal auch die Temperaturen angenehm mild waren. Aber schnell ziehend? Der Kenner ahnt: gut ist das nicht. Und in der Tat war die Luftruhe (Seeing) sehr schlecht. Ein solches Gewaber habe ich lange nicht gesehen, gerade mit 3,5\u201c \u00d6ffnung. Aufgenommen wurde das Bild mit einer TIS-s\/w-Kamera in Okularprojektion hinter einem 15mm Vixen-LV-Okular.<\/p>\n<p>Nun aber zum Bild an sich, wie gesagt, man bedenke die Luftunruhe.<\/p>\n<p>Beginnen m\u00f6chte ich mit dem Krater <strong>Tycho<\/strong>, vgl. Nummer <strong>1<\/strong>. Tycho kommt auf dieser Aufnahme recht unscheinbar daher. Die westliche (bezogen auf Mondsystem) Kraterwand ist hell erleuchtet, vereinzelt sind Abstufungen bzw. Terrassen erkennbar. Im Zentrum ist die Spitze des Zentralberges gerade eben erleuchtet. Bei vollem oder abnehmendem Mond ist Tycho Ausgangspunkt eines pr\u00e4gnanten Strahlensystems.<\/p>\n<p>In s\u00fcdlicher Richtung folgt, noch st\u00e4rker im Dunkeln liegend, die Wallebene <strong>Clavius<\/strong> (Nummer <strong>2<\/strong>). In ihrem Inneren sind die Krater Clavius D und Clavius C bereits von Sonnenlicht erleuchtet. Sch\u00f6n finde ich die erleuchteten H\u00fcgel und Berge im Westen. Im S\u00fcden liegt auf dem Wall der Krater Rutherford, der selbst nur als dunkle Ausbuchtung erscheint. Auf dem n\u00f6rdlichen Wall liegt der stark verformt wirkende Krater Porter.<\/p>\n<p>Mit <strong>3<\/strong> gekennzeichnet ist eine weitere Wallebene: <strong>Maginus<\/strong>. Bemerkenswert finde ich an dieser Ebene die vielen kleinen Krater auf dem Wall selbst, insbesondere in Richtung zur Tag-Nacht-Grenze (Terminator). Im Zentrum der Wallebene deutet sich eine Zentralformation an, die hier aus zwei Bergen zu bestehen scheint.<\/p>\n<p>Eine weitere markante Struktur ist \u2013 und hiermit komme ich auf den Titel des Blogartikels zu sprechen \u2013 die sehenswerte Wallebene <strong>Walter<\/strong> (Nummer <strong>4<\/strong>). Sehenswert an ihr ist m.E. die \u00f6stlich des Zentrums gelegene Ansammlung kleiner Krater, die sich gerade so nicht \u00fcberlappen sondern nett nebeneinander liegen. Auch diese Wallebene besitzt reichlich strukturierte W\u00e4lle. Sie bedeckt eine Fl\u00e4che von etwa 132 km x 140 km.<\/p>\n<p>Links unterhalb der Nummer <strong>5<\/strong> ist ein etwa 33 km durchmessender Krater zu sehen, der eine auffallend helle Stelle in der Kraterwand besitzt. Hierbei handelt es sich um den Krater <strong>Hell<\/strong>. Mit etwas M\u00fche und gutem Willen gibt die Aufnahme bereits die erleuchtete Spitze des Zentralberges preis. Hell liegt innerhalb der stark zerfallenen Wallebene <strong>Deslandres<\/strong>. Jener war laut R\u00fckl Erfinder des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spektroheliograf\">Spektroheliographen<\/a>.<\/p>\n<p>Als letztes m\u00f6chte ich noch auf den Krater <strong>Faraday<\/strong> (Nummer <strong>6<\/strong>) hinweisen, der s\u00fcd\u00f6stlich der Wallebene St\u00f6fler liegt. Zwei Krater auf seiner Kraterwand wirken wie Henkel, an denen Faraday angehoben werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Anekdote am Rande:<\/strong><\/p>\n<p>Zur Verbesserung der Aufnahmen experimentiere ich immer wieder mit Filtern. Es gibt beispielsweise IR-Blockfilter, die gerade f\u00fcr Jupiter wichtig sind, da dieser stark im IR-Bereich strahlt. Andererseits gibt es IR-Pass-Filter, die nur IR-Licht durchlassen. Dieser Wellenl\u00e4ngenbereich ist weniger empf\u00e4nglich f\u00fcr Luftunruhe. Letzteren wollte ich also einsetzen, um die Luftunruhe zu unterdr\u00fccken. Doch das Bild wurde sehr dunkel und ruckzuck ben\u00f6tigte ich Belichtungszeiten im Sekundenbereich. F\u00fcr den Mond, wohlgemerkt! Was war es? Nat\u00fcrlich hatte ich beide Filter gleichzeitig eingeschraubt \u2026 und da bleibt halt nicht mehr viel Licht \u00fcbrig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNachts gebietsweise Aufklaren\u201c lasen meine \u00fcberraschten Augen am 02. Januar 2012. 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