{"id":2436,"date":"2023-07-09T15:42:28","date_gmt":"2023-07-09T14:42:28","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=2436"},"modified":"2023-07-09T15:42:28","modified_gmt":"2023-07-09T14:42:28","slug":"satellitenspuren-bei-messier-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=2436","title":{"rendered":"Satellitenspuren bei Messier 5"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2023\/20230709spur.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2023\/20230709spur_t.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Am 27. Mai fotografierte ich Messier 5. In Zeiten chemischer Fotografie bedeutete ein solches Vorhaben f\u00fcr mich, eine Aufnahmenserie mit unterschiedlich langen Belichtungszeiten zu erstellen. Im Zeitalter digitaler Fotografie erstelle ich eine Serie mit vielen Aufnahme gleicher Belichtungszeit und lasse diese dann den Computer \u00fcbereinander rechnen. Huschte ein Satellit durch meine chemische Aufnahme, war sie entsprechend im Eimer. In der digitalen Fotografie kann ich ein Bild mit Satellit aus der Serie herauslassen und trotzdem am Ende eine lange Belichtungszeit bekommen. Satelliten sind trotzdem ein \u00c4rgernis, wie sich am 27. Mai \u2013 nicht zum ersten Mal \u2013 zeigte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Aufnahmenserie verwendete ich kein Autoguiding und kurze Belichtungszeiten. Messier 5 ist ziemlich hell und die Kamera so empfindlich, dass kurze Zeiten und ein grob mit dem Polsucher eingenordetes Teleskop ausreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Serie war 57 Aufnahmen lang, jeweils 20 Sekunden wurde belichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch 13 Aufnahmen enthielten Satellitenspuren (vgl. Titelbild), die zum Teil auch noch dicht am Kugelsternhaufen vorbeiliefen. Zwar kann eine Spur beim \u00dcberlagern in den Hintergrund versinken. Ist der Satellit jedoch zu hell, gelingt dies nicht. Gerade im Mai und bei Halbmond sind Satelliten unbequem hell. In einem ersten Summenbild, das die 13 Aufnahmen enthielt, waren jedenfalls st\u00f6rende Striche der Satelliten zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufnahmen entstanden \u00fcber einen Zeitraum von 24 Minuten. Folgende Grafik zeigt nun, wieviele Satelliten in jeder dieser 24 Minuten zu sehen waren:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2023\/20230709verlauf.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2023\/20230709verlauf_t.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwar waren es maximal zwei Satelliten in einer Minute. Das war es dann aber schon an Gutem. In dem 24 min\u00fctigen Zeitraum gab es nur zwei Fenster von jeweils drei Minuten Dauer, in denen kein Satellit auftauchte. Wenn ich bedenke, dass ich f\u00fcr Gasnebel schon Belichtungszeiten von f\u00fcnf Minuten benutzt habe, bedeutet das: Am 27. Mai h\u00e4tte ich keine Aufnahme ohne Satellit in einer Serie mit f\u00fcnf Minuten lang belichteten Bildern gehabt!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Himmelausschnitt, der mit dem TV85 und der 70D aufgenommen wird, ist immerhin 2,5\u00b0 x 1,7\u00b0 gro\u00df. Allerdings ist das nicht eben Weitfeld und f\u00fcr viele Messierobjekte und gro\u00dfe Gasnebel ein sch\u00f6nes Bildma\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Klar, dem Mond kann ich noch entgehen. Aber der fehlenden D\u00e4mmerung in Norddeutschland nicht. Dieser k\u00f6nnte ich f\u00fcr Emissionsnebeln mit Linienfiltern begegnen. Den Satelliten bin ich ausgeliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun spielen bei Satelliten auch noch zwei Faktoren eine Rolle: Helligkeit und Geschwindigkeit.<br>Die Helligkeit wird ma\u00dfgeblich von der Gestaltung der Satelliten beeinflusst. Man erinnere sich da an die erste Generation der Iridium-Satelliten, die die ber\u00fchmten Flares erzeugten. Diese waren hell wie Venus und dauerten mehrere Sekunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschwindigkeit h\u00e4ngt von der Flugh\u00f6he ab. Ein Satellit aus einem mittelhohen Orbit (das meint: Zwischen niedrigem Orbit wie die bemannte Raumfahrt und geostation\u00e4ren Satelliten) ruinierte mir gleich vier Aufnahmen in Folge \u2013 er ben\u00f6tigte mehr als eine Minute, um aus dem Bildfeld zu verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es zeigt sich also, dass die Astrofotografie unter den Satelliten leidet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das wird durch Projekte wie \u201eStarlink\u201c sicher nicht besser, da solche Projekte regelm\u00e4\u00dfig eine gro\u00dfe bis sehr gro\u00dfe Zahl von Satelliten umfasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider sind diese Satelliten auch bei visueller Beobachtung st\u00f6rend. Beim Versuch, einen lichtschwachen (planetarischen) Nebel oder ein schwache Galaxie ausfindig zu machen, st\u00f6rt ein Objekt 10ter Gr\u00f6\u00dfe, das gem\u00fctlich durch das Blickfeld eiert, durchaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Schauen wir mal, was die Zukunft so bringt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. Mai fotografierte ich Messier 5. In Zeiten chemischer Fotografie bedeutete ein solches Vorhaben f\u00fcr mich, eine Aufnahmenserie mit unterschiedlich langen Belichtungszeiten zu erstellen. 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