{"id":2220,"date":"2022-01-15T15:25:44","date_gmt":"2022-01-15T14:25:44","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=2220"},"modified":"2022-04-24T16:40:19","modified_gmt":"2022-04-24T15:40:19","slug":"strassenlampenspektrum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=2220","title":{"rendered":"Stra\u00dfenlampenspektrum"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2022\/20220115spektrum_t.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=1923\">fr\u00fcherer Artikel<\/a> zeigt die <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=167\">Spektren verschiedener Leuchtmittel<\/a>, erstellt mit einem <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=167\">Handspektrometer<\/a> und einer Digitalkamera. In der Jahresvorschau 2022 waren Sternspektren ein Ziel. Heute geht es nun um den n\u00e4chsten Schritt: Ausr\u00fcstung zur Aufnahme eines Spektrums, die auch f\u00fcr Sterne geeignet ist. Getestet wurde sie an einer Stra\u00dfenlaterne.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>F\u00fcr Diplom- und Doktorarbeit geh\u00f6rte optische Spektroskopie zu meinem t\u00e4glichen Werkzeug. Meist war es in Lumineszenz, d.h. eine Probe sandte Licht aus, das dann spektral zerlegt wurde. Und so liegt es nat\u00fcrlich nahe, dass ich ein Interesse an Spektren habe. Letztlich m\u00f6chte ich gerne Sternenlicht spektral untersuchen. Ohne feste Sternwarte ist das jedoch ein schwieriges Unterfangen, denke ich. Aber zun\u00e4chst geht es ja um den Einstieg &#8211; und der ist wesentlich einfacher.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fotoobjektiv mit Blazegitter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Schritt nach dem Handspektrometer erfolgt mit einem Blazegitter in einem Standardfiltergeh\u00e4use f\u00fcr 1,25&#8243;. Folgende Skizze veranschaulicht den Aufbau:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2022\/20220115aufbau.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2022\/20220115aufbau_t.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>An ein Kameraobjektiv (hier: f=135 mm) wird mit einem C-Mount-Adapter die Schwarzwei\u00dfkamera angeschlossen. In dem C-Mount-Adapter ist das Blazegitter eingeschraubt, das das Licht spektral zerlegt und auf den Sensor der Kamera fallen l\u00e4sst. Die Kamera l\u00e4sst sich dank Fotogewinde auf der Star-Adventurer-Montierung befestigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Testobjekt Stra\u00dfenlampe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Test erfolgte an einer Stra\u00dfenlatere mit <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=1923\">LED-Leuchtmittel<\/a>. Das Spektrum sieht so aus:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2022\/20220115spektrum.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2022\/20220115spektrum_t.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Pixel auf dem Kamerachip entspricht 1,7 nm des Spektrums.<br>Bei einer Wellenl\u00e4nge von etwa 450 nm erfolgt eine starke, schmalbandige Emission. Diese stammt von dem Halbleiter\u00fcbergang der Leuchtdiode selbst. Im gr\u00fcnen und roten Teil der Spektrums, in der Grafik rechts, ist ein breiter &#8220;Buckel&#8221; an Emission zu sehen. Er stammt wird erzeugt, indem die LED Substanzen zum Leuchten anregt. Das kennt man auch aus den alten &#8220;Neonr\u00f6hren&#8221;. Schmale Spektrallinien sind bei einem solchen Leuchtmittel nicht zu erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bewertung des neuen Aufbaus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorteil der s\/w-Kamera ist, dass keine Farbfiltermatrix \u00fcber den Pixel sitzt. Diese w\u00e4re sonst bei der Analyse des Spektrums zu ber\u00fccksichtigen und w\u00fcrde im Grunde die Aufl\u00f6sung des Spektrums verringern.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen anderen Vorteil habe ich bereits ausprobiert: Mit der s\/w-Kamera kann ich Videos von Spektren aufnehmen und diese dann bspw. mit Avistack zu einem Summenbild rechnen lassen. Das bietet die Chance, das Signal\/Rausch-Verh\u00e4ltnis zu verbessern, was gerade beim Sternenlicht wichtig sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Normalerweise erzeugen optische Gitter eine Vielzahl von Spektren, die links und rechts des Objekts stehen. Ein Blazegitter bietet den Vorteil, dass es durch seine mechanische Gestaltung viele dieser Spektren \u00fcbereinanderlegt und damit ein lichtstarkes Spektrum erzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der s\/w-Kamera konnte ich bereits das Spektrum von Vega ablichten. Dazu war nur eine Belichtungszeit von einer guten Sekunde notwendig. Es sollten also einige Sternspektren machbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Herausforderung wird das Ausrichten der Kamera auf einen Stern sein, da ich im ersten Ansatz nur die Kamera auf der StarAdventurer zur Verf\u00fcgung hatte. Da die Kamera mit der Montierung verbunden ist, kann ich auch nicht ohne Kamera durch das Objektiv schauen.<br>Andererseits ist das abgebildete Himmelsfeld einigerma\u00dfen gro\u00df, so dass eine Peilhilfe bereits reichen k\u00f6nnte. Alternativ muss ich das System parallel zu einer zweiten Optik installieren.<br>Mit der Analyse bin ich ganz zufrieden. F\u00fcr das oben gezeigte Spektrum wurde das Kamerabild von der Software Visual Spec analysiert und als Datensatz nach Excel gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls war der erste Test sehr Erfolg versprechend. Eine weitere T\u00fcr der Astronomie steht nun offen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein fr\u00fcherer Artikel zeigt die Spektren verschiedener Leuchtmittel, erstellt mit einem Handspektrometer und einer Digitalkamera. In der Jahresvorschau 2022 waren Sternspektren ein Ziel. 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