{"id":2014,"date":"2020-09-26T17:11:55","date_gmt":"2020-09-26T16:11:55","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=2014"},"modified":"2020-09-26T17:11:55","modified_gmt":"2020-09-26T16:11:55","slug":"genre-science-fiction-natur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=2014","title":{"rendered":"Genre Science Fiction: Natur"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2020\/20200926titel.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2020\/20200926titel_t.jpg\" width=\"600\" height=\"337\" \/><\/a>Im ersten Teil dieser kleinen Artikelreihe wurde der Begriff &#8220;Science&#8221; im Genrenamen betrachtet. Der heutige Teil betrifft die Natur als solche, den erdachten Kosmos. Wissenschaft spielt hier nat\u00fcrlich auch wieder eine gro\u00dfe Rolle. Was zun\u00e4chst nach Schlaraffenland klingt, ist im Detail harte Arbeit.<!--more--><\/p>\n<p>Tja. Wo fangen wir an? Nahe liegend als Physiker mit dieser Frage:<\/p>\n<p><strong>Gilt die &#8220;normale&#8221; Physik?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr den Leser nat\u00fcrlich, wenn in dem Fantasiekosmos wenigstens die newtonschen Gesetze gelten, um den Alltag zu beschreiben. Hier tun sich Kinofilme von Star Trek und Star Wars schon erstaunlich schwer, was vielleicht dem Medium Film geschuldet ist. Selten entsprechen die Flugbahnen der Raumj\u00e4ger einen Sinn und der freie Fall wird auch oft &#8230; nun &#8230; frei ausgelegt.<\/p>\n<p>Normal w\u00e4re auch: der Apfel f\u00e4llt zu Boden, d.h. es gibt Gravitation. Hiervon wird gerne in Form von &#8220;Antigravitation&#8221; abgewichen. Wir wissen in unserer Welt: die wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben. Nat\u00fcrlich kann ich das als Autor anders postulieren. Stellt sich die Frage, ob und wie ich dann eine plausibel klingende Erkl\u00e4rung anbiete.<\/p>\n<p>Es ergibt auf jeden Fall Sinn, die Frage als Autor f\u00fcr sich selbst zu beantworten, damit die postulierte Antigravitation schl\u00fcssig und widerspruchsfrei verwendet wird.<\/p>\n<p>Das gilt f\u00fcr alle Abweichungen von der bekannten Physik, Stichworte sind hier z.B. Hyperraum und \u00dcberlichtgeschwindigkeit. In Science Fiction Geschichten wimmelt es von Hyperr\u00e4umen und \u00e4hnlichen Konstrukten, in denen die Helden und Schurken ohne Zeitverzug \u00fcber weite Strecken reisen. \u00dcberhaupt, Zeitverzug: schon die Relativit\u00e4tstheorie, die Zeit und Geschwindigkeit in Zusammenhang bringt, spielt meist keine Rolle.<\/p>\n<p>Die Anforderungen bei Hard SF sind nat\u00fcrlich drastisch h\u00f6her als bei Weltraumabenteuern wie Star Trek, Star Wars, Aliens und andere.<\/p>\n<p>Verlassen wir die Physik und wenden uns anderen Naturwissenschaften zu.<\/p>\n<p><strong>Wie sieht es mit Flora und Fauna aus?<\/strong><\/p>\n<p>Oft reisen Helden von einem Planeten zum n\u00e4chsten und treffen dort auf recht \u00e4hnliche nat\u00fcrliche Gegebenheiten. Doch auch dies ist schwierig. Es ist nur selten ein Thema, ob dem Menschen auf dem fremden Planeten Gefahren drohen, bspw. durch Viren und Bakterien. Wir kennen aus der Kolonialzeit einige sehr unsch\u00f6ne Effekte, die sich durch das Reisen \u00fcber die Welt ergaben. Bei interstellaren Reisen spielt das praktisch nie eine Rolle. Das kann man als Autor nat\u00fcrlich so postulieren.<\/p>\n<p><em>Fremdwesen<\/em><\/p>\n<p>Es werden in vielen Geschichten faszinierende Gesch\u00f6pfe vorgestellt. Doch sollte in dem betreffenden Kosmos die Evolution ebenfalls wirken, dann ist oft die Frage: welchen Vorteil bringt diese seltsame Gestaltung, welche Nische wird besetzt? Ich denke da zum Beispiel an Wesen, die H\u00e4nde mit freiliegenden Nervenenden haben. Da kann ich mir keinen evolution\u00e4ren Vorteil vorstellen. Andererseits: hier bin ich als Leser eben stillschweigend von der mit bekannten Evolution ausgegangen. Die muss in dem fiktiven Kosmos jedoch nicht gelten.<\/p>\n<p>Mir scheint es oft so zu sein, dass die Wesen m\u00f6glichst nicht-menschlich dargestellt sind, um sie schneller abmurksen zu k\u00f6nnen. Das gilt f\u00fcr Lebewesen aus der Tierwelt genauso wie f\u00fcr h\u00f6here Lebewesen, beispielsweise Klingonen.<\/p>\n<p>Bei h\u00f6heren Lebewesen ertappe ich mich dann oft zu denken: im Grunde sind das nur verkleidete Menschen (sind es im Film in der Regel auch). Sprich: sie sehen zwar fremdartig aus, verhalten sich aber letztlich doch wieder sehr menschlich. Gerade in \u00e4lteren Science Fiction verwundert das nicht. Dort wurden von Autoren aus dem Westen gerne Verhaltensweisen f\u00fcr die Au\u00dferirdischen \u00fcbernommen, die sie in Berichten aus entlegenen Ecken der Erde gelesen hatten.<\/p>\n<p>Was die verkleideten Menschen bzw. Intelligenzwesen angeht, fand ich Star Wars schon immer sehr farbenfroh. F\u00fcr mich bekamen die Macher immer kurz vor dem Abdriften ins L\u00e4cherliche die Kurve.<\/p>\n<p><strong>Die Bedeutung f\u00fcr mein Schreiben<\/strong><\/p>\n<p>So spannend ich die Physik unseres Universums finde (beispielsweise aus meiner T\u00e4tigkeit als Quantenmechaniker), so sch\u00f6n finde ich es, wenn Reisen zwischen verschiedenen Ecken des Universums in kurzen Zeitr\u00e4umen m\u00f6glich sind. Hier m\u00f6chte ich also von der Realwelt abweichen. Und wenn sich Flora, Fauna und h\u00f6here Lebewesen auf verschiedenen Welten \u00e4hneln, kann man ja einen gemeinsamen Ursprung postulieren &#8211; oder dass die Evolution auf gleiche Fragestellungen \u00e4hnliche Antworten gefunden hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im ersten Teil dieser kleinen Artikelreihe wurde der Begriff &#8220;Science&#8221; im Genrenamen betrachtet. Der heutige Teil betrifft die Natur als solche, den erdachten Kosmos. 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