{"id":1875,"date":"2019-10-19T15:58:46","date_gmt":"2019-10-19T14:58:46","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=1875"},"modified":"2019-10-19T15:58:46","modified_gmt":"2019-10-19T14:58:46","slug":"nobelpreis-fuer-physik-2019-51-peg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=1875","title":{"rendered":"Nobelpreis f\u00fcr Physik 2019: 51 Peg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2019\/2019101951peg.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2019\/2019101951peg_t.jpg\" width=\"400\" height=\"268\" \/><\/a>Anfang Oktober 2019 wurde der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Nobelpreistr\u00e4ger_f\u00fcr_Physik\">Nobelpreis f\u00fcr Physik<\/a> verliehen &#8220;f\u00fcr die Entdeckung eines Exoplaneten, der einen sonnen\u00e4hnlichen Stern umkreist&#8221;. Das freut den ausgebildeten Physiker in mir ebenso wie den Hobbyastronomen.<\/p>\n<p>Von der diesj\u00e4hrigen Verleihung erfuhr ich in der Kaffeepause auf einer Dienstreise. Meine Chefin sprach mich freudestrahlend an, denn ihre Eltern sind Profi-Astronomen und kennen die diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4ger pers\u00f6nlich. Nun, ich kenne wenigstens den Stern \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Das Titelbild dieses Artikels (nebenstehend) zeigt den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dimidium\">Stern 51 Peg<\/a>, aufgenommen am 18.10. bei 105mm Brennweite, ca. 10 Min. belichtet. 51 Peg ist der helle Stern direkt in Bildmitte.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>In der modernen Astrophysik und Kosmologie spielen sich Forschungen oft an Objekten ab, die ich mit meinen Mitteln kaum erkennen kann. Dieses Jahr ist es anders: den Exoplaneten selbst kann ich zwar nicht sehen. Doch der Stern 51 Pegasi, um den der Exoplanet kreist, ist sogar mit blo\u00dfem Auge in einer sternklaren Nacht und bereits unter Vorstadthimmel, auf jeden Fall unter Landhimmel, sichtbar. Er steht an der &#8220;rechten&#8221; Kante des Pegasusquadrats etwa unterhalb der Mitte. Folgende Grafik veranschaulicht dies:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2019\/20191019montage.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2019\/20191019montage_t.jpg\" width=\"600\" height=\"419\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rechts ist das Sternbild Pegasus in einer Grafik der Software Stellarium gezeigt. Ein rotes Rechteck markiert den Ausschnitt, den das Foto links zeigt. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dimidium\">51 Peg<\/a> ist in diesem blau eingekreist.<\/p>\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung der Beobachtung des Exoplaneten fand bereits 1995 statt. Das war kurz nach meinem Grundstudium in der Physik. Noch in diesem Grundstudium war die Lehrmeinung: &#8220;es w\u00e4re extrem unwahrscheinlich, dass unser Planetensystem das einzige ist, dass es gibt. Aber ob wir jemals welche beobachten k\u00f6nnen, ist extrem fraglich.&#8221;<\/p>\n<p>Nicht einmal eine Handvoll Jahre sp\u00e4ter lautete die Antwort: doch, wir k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und diese Antwort haben die diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4ger gegeben. Das war ein gro\u00dfer Durchbruch. Seit diesen Tagen kommen wir der Antwort auf die n\u00e4chste Frage immer n\u00e4her: gibt es irgendwo Planeten, die der Erde so stark \u00e4hneln, dass es dort Leben geben kann?<\/p>\n<p>Doch wie haben die Forscher damals den Planeten nachgewiesen?<\/p>\n<p>Aus dem Leben kennen wir folgenden Effekt: das Horn eines Kranken-, Polizei oder Feuerwehrautos klingt h\u00f6her, wenn es auf uns zukommt und tiefer, wenn es von uns wegf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Diesen Effekt gibt es auch mit Licht: Licht ver\u00e4ndert seine Farbe ein kleines bisschen, wenn die Lichtquelle bewegt wird. Und genau das passiert mit einer Sonne, wenn ein (gro\u00dfer) Planet um sie kreist, den Planet und Sonne kreisen um einen gemeinsamen Punkt, der vom Sonnenzentrum verschoben ist. Dadurch bewegt sich die Sonne mal auf uns zu und mal von uns weg, entsprechend k\u00f6nnen wir die Ver\u00e4nderung am Licht beobachten.<\/p>\n<p>Den Nobelpreistr\u00e4gern gelang es nun, das Spektrum von 51 Peg so hochaufl\u00f6send aufzunehmen, dass sie die Verschiebung nachweisen konnte, die durch eine um 51 Peg kreisende Masse ausgel\u00f6st werden musste.<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nliche Notiz<\/strong><\/p>\n<p>Das ist nun seit<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Nobelpreistr\u00e4ger_f\u00fcr_Physik\"> 2014 der dritte Physiknobelpreis<\/a>, zu dem ich einen pers\u00f6nlichen Draht habe. Die anderen beiden sind:<\/p>\n<ol>\n<li>In 2014 wurde die Entdeckung der blauen Leuchtdiode geehrt. Mit den damaligen Preistr\u00e4gern haben wir an der Uni Gie\u00dfen forschen d\u00fcrfen und zwei der Preistr\u00e4ger finden sich auf dieser Publikation:<br \/>\nD. M. Hofmann, W. Burkhardt, <a href=\"http:\/\/frank-leiter.de\/flen\/physics.html\">F. Leiter<\/a>, W. F\u00f6rster, H. Alves, A. Hofstaetter, K. Meyer, N. G. Romanov, H. Amano, and I. Akasaki<br \/>\n<em>&#8220;Mg acceptors in GaN: Dependence of the g-anisotropy on the doping concentration&#8221;<\/em><br \/>\nPhysica 43 B 273-274, (1999)<\/li>\n<li>In 2017 wurde die Beobachtung der Gravitationswellen honoriert. Einer der Preistr\u00e4ger hatte im physikalischen Kolloqium von den grundlegenden Arbeiten am Messaufbau berichtet.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Oktober 2019 wurde der Nobelpreis f\u00fcr Physik verliehen &#8220;f\u00fcr die Entdeckung eines Exoplaneten, der einen sonnen\u00e4hnlichen Stern umkreist&#8221;. Das freut den ausgebildeten Physiker in mir ebenso wie den Hobbyastronomen. 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