{"id":1686,"date":"2018-06-22T17:27:16","date_gmt":"2018-06-22T16:27:16","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=1686"},"modified":"2018-06-22T17:27:16","modified_gmt":"2018-06-22T16:27:16","slug":"das-schreiben-von-geschichten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=1686","title":{"rendered":"Das Schreiben von Geschichten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2018\/20180622titel.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2018\/20180622titel_t.jpg\" width=\"400\" height=\"247\" \/><\/a>Seit einiger Zeit verfasse ich Geschichten, die in der von Astronomie begeisterten Kleinstadt Werdeburg spielen. Damit habe ich einen Faden aufgegriffen, dessen loses Ende seit 25 Jahren vor meiner Nase baumelte. Astronomie ist seit 35 Jahren mein Hobby und mit diesen Geschichten erreiche ich gleich zwei Dinge: (1) ich kann einige erlebte Anekdoten in abgewandelter Form weitergeben und (2) ich lerne mehr \u00fcber den inneren Aufbau und das Verfassen von Geschichten. Der heutige Artikel dreht sich nun um den zweiten Punkt.<!--more--><\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck ist es in der Schriftstellerei wie in der Physik und der Musik auch: wir m\u00fcssen das Rad nicht neu erfinden, sondern k\u00f6nnen Rat einholen. Daher lese ich Ratgeber zum Thema und stelle dabei fest, dass ich vieles an meinem Schreiben verbessern kann, erstaunlich vieles jedoch aus dem Gef\u00fchl heraus sinnvoll angehe.<\/p>\n<p>Nachfolgend m\u00f6chte ich einige Punkte aus meinem Studium der Ratgeber herausgreifen:<\/p>\n<p><strong>Die Erz\u00e4hlperspektive<\/strong><\/p>\n<p>Was dem Leser einer Geschichte gleich auff\u00e4llt: ist die Geschichte aus der Sicht eines &#8220;Ich-Erz\u00e4hlers&#8221; geschrieben oder gibt es einen Erz\u00e4hler, der keine der Figuren der Geschichte ist? Man spricht dann vom &#8220;Point of view&#8221;. Der Erz\u00e4hler ist seit einigen Jahrzehnten selten geworden, habe ich vernommen. Es gibt dann noch Erz\u00e4hlperspektiven, bei denen der Leser nicht direkt die handelnde Person ist, aber gleichsam in mehr oder weniger gro\u00dfer Distanz \u00fcber ihr schwebt. Ein empfehlenswerter Ratgeber zu diesem Thema stammt von Sandra Gerth: &#8220;Point of view&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Veranschauliche!<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiteres Schlagwort ist &#8220;Show, don&#8217;t tell&#8221;. Man k\u00f6nnte es \u00fcbersetzen mit &#8220;erz\u00e4hle nicht, sondern veranschauliche&#8221;. Was versteht man darunter? Nehmen wir ein Beispiel. Erz\u00e4hlt w\u00e4re: &#8220;Ihm war sehr hei\u00df&#8221;. Veranschaulicht hingegen: &#8220;Schwei\u00df durchtr\u00e4nkte sein T-Shirt und lie\u00df es am Oberk\u00f6rper kleben&#8221; oder &#8220;Schwei\u00df brannte in seinen Augen&#8221;. Auch hierzu gibt es einen Ratgeber von Sandra Gerth: &#8220;Show, don&#8217;t tell.&#8221; An diesem Ratgeber gef\u00e4llt mir auch der Hinweis, es mit dem Veranschaulichen nicht zu \u00fcbertreiben. Werden alle Dinge veranschaulicht, auch solche, die f\u00fcr die Handlung vollkommen egal sind, kann der Fluss der Geschichte abrei\u00dfen und der Leser sich verirren. Zudem soll er ja auch Freiraum f\u00fcr seine Phantasie bekommen. Simone Harland ist die Autorin eines weiteren hilfreichen Ratgebers zu dem Thema.<\/p>\n<p><strong>Der Kern der Geschichte <\/strong><\/p>\n<p>Interessant finde ich den Vorschlag von Sol Stein, dass sich der Kern jeder Geschichte und jedes Romans auf einen Satz reduzieren lassen sollte. Dieser Satz hilft beim ersten Schritt der Vermarktung des Werkes: der Suche eines Verlegers. Ich bin gespannt, ob sich diese S\u00e4tze aus meinen Grundideen f\u00fcr B\u00fccher erzeugen lassen. Es gibt n\u00e4mlich einige Grundideen von mir, die tats\u00e4chlich bisher nur ein Satz sind \ud83d\ude42<\/p>\n<p><strong>Das richtige Ma\u00df <\/strong><\/p>\n<p>Ich geh\u00f6re zu den Menschen, die eher sparsam mit Worten umgehen. Nach dem Lesen einiger Ratgeber gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass dies eher ein Vor- als ein Nachteil ist. Allerdings ist eines auch richtig: \u00dcbung macht den Meister. Im Grunde muss ich noch viel mehr schreiben, am besten t\u00e4glich. Um ein gr\u00f6\u00dferes Projekt zu schreiben, geht es gar nicht anders. Das schaffe ich derzeit jedoch (noch) nicht.<\/p>\n<p><strong>Die Aussichten <\/strong><\/p>\n<p>Mal schauen, wie weit ich mit dem Schreiben von Geschichten noch gehen werde. Werdeburg ist nur eine der Welten, in denen Erz\u00e4hlungen spielen k\u00f6nnen. Mir schweben noch weitere Ideen vor, doch ob etwas daraus wird, muss sich noch zeigen.<br \/>\nFolgendes ist aber schon jetzt gewiss: das Schreiben macht sehr viel Spa\u00df und ich werde gerade ein besserer Leser \ud83d\ude42<\/p>\n<p><strong>Ratgeber:<\/strong><\/p>\n<p>Sol Stein: &#8220;How to grow a novel&#8221;<br \/>\nHans Peter Roentgen: &#8220;Spannung, der Unterleib der Literatur&#8221;<br \/>\nStephan Waldschmidt: &#8220;Plot &amp; Struktur: Dramaturgie, Szenen, dichteres Erz\u00e4hlen&#8221;<br \/>\nSandra Gerth: &#8220;Point of view&#8221;<br \/>\nSandra Gerth: &#8220;Show, don&#8217;t tell: How to write vivid&#8221;<br \/>\nSimone Harland: &#8220;Show, don&#8217;t tell&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einiger Zeit verfasse ich Geschichten, die in der von Astronomie begeisterten Kleinstadt Werdeburg spielen. Damit habe ich einen Faden aufgegriffen, dessen loses Ende seit 25 Jahren vor meiner Nase baumelte. 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