{"id":1602,"date":"2017-11-18T15:53:31","date_gmt":"2017-11-18T14:53:31","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=1602"},"modified":"2017-11-18T16:02:45","modified_gmt":"2017-11-18T15:02:45","slug":"gedanken-zur-planung-astronomischer-ausruestung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=1602","title":{"rendered":"Gedanken zur Planung astronomischer Ausr\u00fcstung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2017\/20171118modell.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2017\/20171118modell_t.jpg\" width=\"400\" height=\"300\" \/><\/a>Ratgeber zum Kauf von Teleskopen gibt es bereits viele. Oft wird empfohlen, mit einem Fernglas zu beginnen. Als erstes Teleskop wird ein Dobson vorgeschlagen. Da ich in den letzten Monaten selbst meine Ausr\u00fcstung umgestellt habe, m\u00f6chte ich in diesem Artikel einen Aspekt vorstellen, der aus meiner Sicht in den mir bekannten Ratgebern zu kurz kommt: die R\u00fcstzeit. Damit meine ich die Zeit, die zwischen Zusammensuchen der Teile und Beginn der Beobachtung liegt. <!--more--><\/p>\n<p>Astronomie betreibe ich zum regenerieren, um Kraft zu tanken. Dabei spielt eine Rolle, dass ich mich auf vielf\u00e4ltige Weise mit interessanten, spannenden Dingen befassen kann. Das sind wissenschaftliche Erkenntnisse (ich bin Physiker) und technische Hilfsmittel. Es spielt eine weitere wichtige Rolle, in die Natur einzutauchen. Abends unter dem Sternenhimmel zu sein und dabei beispielsweise Zugv\u00f6geln zu lauschen, bringt eine Saite in mir zum Klingen. Das regt mich wiederum an, die Saiten meiner Gitarre klingen zu lassen. Die Natur wirkt als Ausgleich und Inspiration.<\/p>\n<p>Damit das Hobby diese Wirkungen auf mich entfaltet, muss es jedoch auch stattfinden.<br \/>\nDas Aus\u00fcben des Hobbys wird von einigen Dingen gebremst. Zwei dieser Dinge sind:<\/p>\n<ul>\n<li>das Wetter<\/li>\n<li>zeitliche Einschr\u00e4nkungen, oft durch den Beruf<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Wetter ist im Grund in ganz Deutschland f\u00fcr Astronomen wenig erbaulich. Der Norden mag es hier noch schlechter als der S\u00fcden haben, doch wirklich gut ist es nirgends. Selten stellen sich lange Hochdruckphasen mit sehr guter Durchsicht und ruhiger Luft ein. Wolken in allen erdenklichen Formen sind in der Regel am Himmel unterwegs und erschweren es, Astronomie zu betreiben.<\/p>\n<p>Und es ist eben unbest\u00e4ndig. Die Wochen, an denen ich mittwochs planen kann, freitagabends zu beobachten, sind sehr rar. Es klart mal f\u00fcr eine Nacht auf, oft jedoch nur f\u00fcr eine absehbare Anzahl von Stunden.<\/p>\n<p>Die Nachtstunden werden nun zus\u00e4tzlich noch begrenzt durch private Verpflichtungen in den Abendstunden oder dienstliche Verpflichtungen am n\u00e4chsten Tag. Die wenigsten Arbeitgeber sind erbaut, den \u00fcbern\u00e4chtigen Astronomen am Schreibtisch oder in Sitzungen einschlafen zu sehen.<\/p>\n<p>Wenn jetzt noch eine Einschr\u00e4nkung der Himmelsobjekte hinzukommt, wird es schnell dunkel um das Hobby. Als reiner Deep-Sky-Beobachter fallen zus\u00e4tzlich zu Wetter und Verpflichtungen noch viele Stunden weg weil der Mond scheint oder die N\u00e4chte im Sommer zu hell sind.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann man sich nicht dazu zwingen, Objekte wie den Mond interessant zu finden. Ein Versuch schadet allerdings nicht. Mein Herz schl\u00e4gt beispielsweise f\u00fcr Deep Sky, ich beobachte jedoch auch begeistert die Sonne und den Mond. Das erh\u00f6ht meine astronomischen Aktivit\u00e4ten erheblich.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Deep-Sky-Beobachtung komme ich nun wieder zur R\u00fcstzeit. Durch die Wahl meiner Ausr\u00fcstung ist es mir m\u00f6glich, innerhalb von 15 Minuten die Beobachtung zu beginnen. Dazu habe ich einen <strong>10&#8243; Dobson<\/strong>, der f\u00fcr den Balkon geeignet ist, und eine StarAdventurer <strong>(Reisemontierung)<\/strong>, mit der ich fotografieren kann. Mit 105mm Festbrennweite sind erstaunliche Fotos m\u00f6glich und dies auch aus meiner Kleinstadt heraus. Einnorden der Montierung und Trainieren eines Autoguiders entfallen bei dieser Brennweite komplett. Alles Zeit, die als Belichtungszeit zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Zugegeben: meine Kleinstadt im Herzogtum Lauenburg ist schon sehr dunkel f\u00fcr eine menschliche Ansiedelung. Das Gl\u00fcck hat nicht jeder in dieser Form und so kann Reisezeit zu einem etwas dunkleren Standort notwendig sein.<\/p>\n<p>Sollte dies der Fall sein, lohnt es sich, die Zeit zum Aufbauen zu reduzieren. Stehen an einem Abend beispielsweise nur 3 Stunden zur Verf\u00fcgung und davon gehen 45 Minuten f\u00fcr Fahrtzeiten drauf, bringt es wenig, eine weitere Stunde mit Aufbauen und Scheinern einer Montierung zu verbringen.<\/p>\n<p><strong>Meine Empfehlung:<\/strong> Daher empfehle ich aus meiner Erfahrung, die Ausr\u00fcstung so zusammenzustellen, dass m\u00f6glichst wenig Zeit zwischen der Entscheidung &#8220;ich will Beobachten&#8221; bis zum ersten Blick an den Himmel vergeht. Was nutzt ein gro\u00dfes Teleskop, wenn es nie zum Einsatz kommen kann?<\/p>\n<p>Astro-Urlaube k\u00f6nnen dann eine Erg\u00e4nzung sein. In solchen Urlauben ist vieles m\u00f6glich, beispielsweise sind Gegenden mit besserem Wetter erreichbar. Trotzdem ist meines Erachtens sehr sinnvoll, auch im Alltag viel Astronomie unterzubringen und sich daf\u00fcr auszur\u00fcsten.<\/p>\n<p>Eine sinnvolle Ausr\u00fcstung erlaubt daher nach m\u00f6glichst kurzer R\u00fcstzeit mit der Beobachtung zu beginnen.<\/p>\n<p>Das Teleskopmodell im Bild ist ein Geschenk von meinem Freund <a href=\"http:\/\/astroweis.blogspot.com\/\">Christian Weis<\/a>. Es hat seit vielen Jahren einen Ehrenplatz in meiner Wohnung \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratgeber zum Kauf von Teleskopen gibt es bereits viele. Oft wird empfohlen, mit einem Fernglas zu beginnen. Als erstes Teleskop wird ein Dobson vorgeschlagen. 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