{"id":120,"date":"2009-12-31T15:07:16","date_gmt":"2009-12-31T14:07:16","guid":{"rendered":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=120"},"modified":"2009-12-31T15:07:16","modified_gmt":"2009-12-31T14:07:16","slug":"sternbedeckung-durch-kleinplaneten-599-luisa-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=120","title":{"rendered":"Sternbedeckung durch Kleinplaneten (599) Luisa (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p>Im <a href=\"http:\/\/asterythms.net\/blog\/?p=119#more-119\">ersten Teil<\/a> hatte ich von der erfolgreichen Beobachtung einer Sternbedeckung durch den Kleinplaneten (599) Luisa berichtet. Doch die Beobachtung ist nur ein Teil des Spa\u00dfes! Nun steht die Aufbereitung der Messergebnisse an. Wenn dies gelingt, sind die Daten weiterzugeben &#8211; und dann ist noch zu schauen, ob andere Beobachter auch Erfolg hatten. <!--more--><br \/>\n<strong>Die eigene Auswertung<\/strong><\/p>\n<p>Fangen wir mit der Auswertung der eigenen Beobachtung an. Im ersten Teil hatte ich gro\u00dfz\u00fcgig von einem Kassettendeck gesprochen. Tats\u00e4chlich handelt es sich um ein Diktierger\u00e4t mit Normalkassetten, immerhin mit variabler Bandgeschwindigkeit und einigen anderen Feinheiten. F\u00fcr die Auswertung benutze ich jedoch ein HiFi-Kassettendeck mit nochmals besserem Bandlauf. Das Signal wird digitalisiert und liegt dann als WAV-Datei vor. Das sieht dann so aus:<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2009\/20091229wav_t.jpg\" alt=\"WAV-Signal der kritischen Sekunden\" width=\"350\" height=\"197\" \/><br \/>\n(<a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2009\/20091229wav.jpg\">gr\u00f6\u00dferes Bild<\/a>)<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst fallen die gleichm\u00e4\u00dfig verteilten Rechtecke auf. Bei diesen handelt es sich um die Pulse des DCF77-Zeitzeichengebers. Ebenfalls auff\u00e4llig ist, dass links neben dem gr\u00fcnen senkrechten Marker ein Puls fehlt. Dies ist die Minutenmarkierung: im DCF-Signal fehlt die 59ste Sekunde.<\/p>\n<p>Zwei unregelm\u00e4\u00dfig geformte Signale mit einer h\u00f6heren Amplitude als die Zeitzeichen springen ins Auge. Das Linke von beiden ist das Kommando &#8220;weg&#8221;, das Rechte von beiden der Ruf &#8220;da&#8221;. Die L\u00e4nge der Kommandos liegt im Bereich der 0,1-Sekunden der Pulse.<\/p>\n<p>Es ist nun ein leichtes, die Zeiten der Kommandos auszumessen und in absolute Zeiten umzuwandeln. Allerdings gilt es noch zu beachten, dass diese Zeiten nicht die realen Zeitpunkte des Ereignisses sind, sondern um die Reaktionszeit verschoben sind. Diese hatte ich zu 0,45 Sekunden bestimmt. Das ist zwar nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig schnell, was jedoch durchaus der Uhrzeit geschuldet sein kann. Weiterhin sollte gepr\u00fcft werden, wie stark die Zeitskala durch unterschiedliche Bandgeschwindigkeiten (durch Temperatur- und Ger\u00e4tewechsel) gestaucht oder gestreckt wurde.<\/p>\n<p>Mein Ergebnis ist:<br \/>\n03:59:56.05 (&#8220;Weg&#8221;)<br \/>\n03:59:57.52 (&#8220;Da&#8221;)<br \/>\n(jeweils die Reaktionszeit abgezogen).<\/p>\n<p>Zusammen mit den meinen geographischen Koordinaten und Informationen rund um die Beobachtung gebe ich diese Daten unverz\u00fcglich an die IOTA weiter. Sie werden auf der Website <a href=\"http:\/\/www.euraster.net\/results\/2009\/index.html#1229-599\">Euraster <\/a>gesammelt.<\/p>\n<p><strong>Andere Beobachter und Auswertung<\/strong><\/p>\n<p>Es wurde relativ schnell klar, dass wenigstens sieben Zeiten vorliegen w\u00fcrden. Ein achter Beobachter hat ebenfalls einen Erfolg gemeldet, bisher jedoch noch keine Zeiten eingereicht.<\/p>\n<p>Eric Frappa hat die Daten ausgewertet und folgende vorl\u00e4ufige Grafik erstellt:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2009\/20091229euraster.gif\" alt=\"Ergebnis\" width=\"400\" height=\"267\" \/><\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.euraster.net\/results\/2009\/20091229-Luisa-crd_temp.gif\">gr\u00f6\u00dferes Bild, Originalquelle <\/a>; <a href=\"http:\/\/www.asterythms.net\/bilder\/2009\/20091229-Luisa-crd_temp.gif\">alternativer Link<\/a>)<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt auf, dass die visuellen Beobachtungen sehr gut mit den Videobeobachtungen zusammenpassen. Das Ergebnis von 74,7 km mal 71,1 km Querschnitt des Kleinplaneten passt ebenfalls wunderbar. Im unteren Bereich liegen einige Beobachter dicht beisammen. Das verwundert nicht, denn hier lag die Zentrallinie der Vorhersage, die naturgem\u00e4\u00df von vielen mobilen Beobachtern angesteuert wurde. Die Linie des Beobachters 5 ist noch in Kl\u00e4rung, hier wurde mit Videoausr\u00fcstung durch eine ung\u00fcnstige Wolkendecke hindurch gearbeitet, was die Auswertung aufgrund langer Belichtungszeiten erschwert.<\/p>\n<p>Es freut mich nat\u00fcrlich ungemein, dass ich mit der Nummer 1 ziemlich genau den Rand erwischt habe \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn der ein oder andere Leser durch Lesen dieses Berichts Appetit auf diese Art Beobachtungen bekommen h\u00e4tte. Selbst mit m\u00e4\u00dfigem Ger\u00e4teaufwand lassen sich hier gute Ergebnisse erzielen &#8211; und das Beobachternetz ist in Europa noch immer d\u00fcnn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im ersten Teil hatte ich von der erfolgreichen Beobachtung einer Sternbedeckung durch den Kleinplaneten (599) Luisa berichtet. 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